Lanzinger bringt Klage ein

26. November 2008, 13:57
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Geklagt werden FIS und Verantstalter und Osloer Krankenhaus - Anwalt bezifferte Streitwert mit "mindestens 100.000 Euro"

Wien - Nachdem der Internationale Skiverband (FIS) die Schadenersatzforderungen von Matthias Lanzinger über ihre Haftpflichtversicherung brieflich zurückweisen hat lassen, wird dieser in Norwegen eine Klage einbringen. Das gab Lanzingers Rechtsbeistand, der Wiener Anwalt Manfred Ainedter, am Mittwoch bekannt. "Geklagt werden die FIS, der norwegische Veranstalter und das Spital in Oslo, wo mein Mandant kunstfehlerhaft behandelt worden ist", kündigte Ainedter an.

Den Streitwert bezifferte der Anwalt mit "mindestens 100.000 Euro", wobei die Klage zusätzlich ein Feststellungsbegehren für alle zukünftigen Schäden - dabei wäre vor allem an Verdienstentgang zu denken - enthalten wird. Lanzinger war im vergangenen März beim Super-G in Kvitfjell schwer gestürzt. In weiterer Folge musste dem 27-jährigen Salzburger der linke Unterschenkel amputiert werden.

Basis seiner Forderung nach finanzieller Wiedergutmachung ist eine Expertise des anerkannten Münchener Gefäßchirurgen Bernd Steckmeier, der im Auftrag von Lanzingers Anwalt ein Gutachten erstattet hatte. Darin ist unter anderem von einer unvertretbaren Verzögerung beim Abtransport des Schwerverletzten ins zunächst unzureichend ausgerüstete Krankenhaus Lillehammer und mangelhafter chirurgischer Versorgung im Osloer Spital die Rede.

Der FIS macht Lanzingers Rechtsvertreter zum Vorwurf, nicht ausreichende Sicherheitsvorkehrungen erlassen und darüber hinaus die Einhaltung dieser Vorschriften nicht kontrolliert zu haben. Den örtlichen Veranstalter will Ainedter deshalb in die Pflicht nehmen, weil es seiner Ansicht nach weder einen adäquaten Rettungsdienst, noch einen medizinischen Notfallplan gab.

Weil im Nachhinein nicht mehr feststellbar sei, welche Anteile die FIS, den Veranstalter und das Spital an der eingetreten Schädigung trifft, wird Ainedter unter Beiziehung eines norwegischen Kollegen gegen alle drei vorgehen. "Es liegt eine summierte Kausalität vor, wobei in diesem Fall Solidarhaftung eintritt", erläuterte der Anwalt. (APA)

 

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