Ballack und kein Ende

26. November 2008, 13:39
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Chelsea-Spieler verteidigte seine Kritik - Teamchef Löw erinnerte an drohende Konsequenzen - Der Kaiser ist sprachlos

Frankfurt/Main - Der Zwist zwischen dem deutschen Fußball-Teamchef Joachim Löw und Kapitän Michael Ballack hat eine Verlängerung erfahren. Der frühere Tirol- und Austria-Trainer erinnerte den Starkicker nochmals eindringlich auf drohende Konsequenzen, sollte dieser weiter öffentliche Kritik üben. "Michael hat das Recht, seine Meinung zu sagen und Kritik zu äußern. Aber nach außen wird er die nicht kundtun, da können sie sicher sein", sagte Löw in der "Bild-Zeitung".

Mit Unverständnis reagierte inzwischen Deutschlands Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer auf den neuerlichen Vorstoß des Chelsea-Legionärs, der seine gegen Löw in einem "FAZ"-Interview Mitte Oktober erhobenen Angriffen offenbar nicht bereut. "Ich bin sprachlos. Dazu fällt mir jetzt gar nichts mehr ein. Ich dachte eigentlich, die Sache wäre erledigt. Es wäre furchtbar, wenn aus diesem Thema eine unendliche Geschichte werden sollte", sagte Beckenbauer dem Massenblatt.

Relativ gelassen vernahm hingegen der DFB-Präsident die Ballack-Aussagen. "Ich bewerte die neuen Aussagen von ihm nicht als verbales Kräftemessen. Für mich ist das Thema mit dem Friedensgipfel erledigt", meinte Theo Zwanziger zur "Bild". Für ihn ergebe sich durch das neue Interview mit "Premiere" kein neuer Stand. "Wichtig ist, dass Ballack sagt, dass das Verhältnis zu Löw intakt ist."

Der Mittelfeldspieler von Chelsea hatte am Dienstag seine Kritik am Führungsstil Löws verteidigt und neuerlich für Unruhe in der DFB-Auswahl gesorgt. "Man kann eben nicht immer nur alles intern ansprechen", meinte Ballack in "Premiere" und wollte damit nur die Beteiligten "wachrütteln". (APA)

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