Thailand-Krise - Zahlreiche Flüge und Reisen abgesagt

26. November 2008, 12:32
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Lufthansa-Jumbo nach Malaysia umgeleitet - Pauschalreisen storniert - AUA will an Flug festhalten

Frankfurt/Bangkok - Wegen der Proteste auf dem Flughafen von Bangkok haben europäische Reiseveranstalter Reisen nach Thailand abgesagt. Die deutschen Unternehmen Meiers Weltreisen und Dertour teilten mit, alle für Mittwoch und Donnerstag geplanten Reisen mit Flügen nach oder über Bangkok seien storniert worden. Thai Airways strich zwei Verbindungen von und nach Frankfurt am Main. Die Lufthansa leitete einen Jumbo-Jet mit mehr als 300 Passagieren nach Malaysia um.

Bei Meiers Weltreisen und Dertour waren etwa 200 Kunden betroffen. Direktflüge in die Urlaubergebiete nach Phuket fänden wie geplant statt, erklärten die Unternehmen. TUI teilte mit, eine Maschine der Thai Airways mit Gästen des Reisekonzerns, die in Frankfurt starten sollte, sei storniert worden. Für einen LTU-Flug von Düsseldorf aus würden den TUI-Kunden kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen angeboten. Die Kunden des Reiseveranstalters in Bangkok seien in Hotels untergebracht und würden von der Reiseleitung betreut.

Thomas Cook und Neckermann fliegen nach Angaben einer Sprecherin Bangkok gar nicht an, deshalb waren nur wenige Kunden im Rahmen von Rundreisen betroffen. Zwei Reisende, die am Dienstag mit einer LTU-Maschine anreisen sollten, seien nach Phuket umgeleitet worden. Zwei weitere Kunden konnten am Mittwoch nicht mit Thai Airways starten, ihnen wurden den Angaben zufolge kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen angeboten. Eine Sprecherin des Deutschen ReiseVerbands (DRV) unterstrich, die Pauschalreisenden in Thailand würden an Ort und Stelle betreut.

Die Lufthansa leitete am Mittwoch ihren täglichen Flug in die thailändische Hauptstadt nach Kuala Lumpur in Malaysia um. Die weitere Entwicklung werde genau beobachtet, erklärte ein Sprecher. Man hoffe, den Jumbo B747 mit mehr als 300 Passagieren im Laufe des Tages doch noch nach Bangkok fliegen zu können. Am Dienstagabend sei die Lufthansa-Maschine als eine der letzten noch pünktlich dort rausgekommen. Das Flugzeug sei in der Früh planmäßig in Frankfurt gelandet.

Nock keine Auswirkungen in Österreich

In Österreich gab es vorerst noch keine Auswirkungen der Thailand-Krise. Eine AUA-Maschine aus Bangkok landete am Mittwoch um 6.25 Uhr in der Früh in Wien, mit einer Verspätung von einer Stunde. Ob der für Mittwochabend (23.20 Uhr) geplante AUA-Flug nach Bangkok durchgeführt werden kann, war jedoch unklar. Die AUA erwog unter anderem eine Umleitung der Maschine auf einen anderen thailändischen Flughafen.

Thai Airways teilte mit, die beiden Flüge für Mittwoch geplanten Flüge von Frankfurt, München und Zürich nach Bangkok seien storniert worden. Die Air-Berlin-Tochter LTU sagte nach Angaben einer Sprecherin einen für den Nachmittag geplanten Flug von Düsseldorf in die thailändische Hauptstadt ab. Ob wie vorgesehen eine Maschine von München aus nach Phuket starten werde, entscheide sich im Laufe des Tages, hieß es. Auch bei der Swiss ist laut einem Sprecher der Abflug um 22.45 Uhr von Zürich nach Bangkok noch nicht sicher.

Massive Auswirkungen

Tausende Regierungsgegner haben den Flughafen in der thailändischen Hauptstadt besetzt. Hunderte Flüge wurden abgesagt, etwa 4.000 Reisende steckten fest. Apichart Sankary, Präsident des Verbands der thailändischen Reiseveranstalterpresident (ATTA), fürchtet "massive Auswirkungen" auf den Tourismus in Thailand infolge der neuerlich verschärften Proteste gegen die Regierung. Das Fremdenverkehrsgeschäft "stirbt wegen politischer Probleme", sagte er der "Bangkok Post" (Online) angesichts der seit Dienstag andauernden Flughafenbesetzung durch Regierungsgegner.

Der thailändische Tourismus leide bereits unter der weltweiten Wirtschaftskrise und den Ereignissen im Sommer, schreibt das Blatt. Jetzt sei ihm "ein neuerlicher Schlag versetzt worden". Die Hauptsaison in Thailand ist die Zeit über Weihnachten.

Schon Ende August hatten Regierungsgegner die Flughäfen von Krabi, Phuket und Hat Yai zur vorübergehenden Schießung gezwungen und halten seither auch den Regierungssitz in Bangkok besetzt. Im September reisten daraufhin 16,5 Prozent weniger Gäste als im Vergleichsmonat 2007 an. Hotels bekamen das mit einem Rückgang von mehr als zehn Prozent ihrer Auslastung zu spüren.

Deutsche Reiseveranstalter haben Reisen nach Bangkok bereits abgesagt. Zahlreiche Airlines - darunter Singapore Airlines, Cathay, Philippine Airlines und Eva Airways - haben ihren Flugverkehr in die thailändische Hauptstadt eingestellt und warten ab. Die AUA will dagegen an ihren für Mittwochabend geplanten Flügen von und nach Bangkok festhalten und erwägt, ersatzweise andere Destinationen in Thailand anzusteuern.

Deutsches Außenministerium rät von Reisen ab

Das deutsche Außenministerium rät bereits ausdrücklich vor Reisen nach Thailand ab. Nicht nur Urlauber drohen auszubleiben: Geschäftsleute erwarten laut der Zeitung Reisebeschränkungen für Mitarbeiter multinationaler Unternehmen.

Der für die Wirtschaftspolitik zuständige Vizepremier Olarn Chaipravat bestätigte dem Blatt, dass die Proteste der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) das Image des Landes im Ausland und das Vertrauen der Investoren beschädigen würden. "Sie haben das Recht zu protestieren, aber sie müssen auch die Rechte von anderen berücksichtigen. Und sie sollten den Schaden bedenken, denn sie dem ganzen Land zufügen", mahnte er. (APA/AP)

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