Dorotheum mit "solidem Ergebnis" bei Zeitgenossen

27. November 2008, 15:05
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Wien: Auktionsergebnisse für Fontana, Manzu und Tapiès im Bereich der Schätzwerte - Kolo-Moser-Gemälde war weit darüber gelegen

Wien - Keine Rekorde, aber ein laut Geschäftsführer Martin Böhm "gutes und solides Ergebnis"  meldet das Dorotheum von seiner Mittwochsauktion mit Zeitgenössischer Kunst. Gemeinsam mit der Auktion Klassische Moderne vom 25. November habe das Wiener Auktionshaus das drittbeste Ergebnis seiner Geschichte für Kunst des 20. Jahrhunderts eingespielt. Den Spitzenpreis erzielte eine durchstoßene Leinwand Lucio Fontanas aus 1960 mit 202.800 Euro. Allerdings wurde der Schätzpreis (220.000-300.000 Euro) nicht erreicht.

Im Bereich der Schätzungen bewegten sich dagegen die Ergebnisse für die Bronze "Cardinale seduto" von Giacomo Manzu, den ein Saalbieter für 133.800 Euro erwarb, Piero Dorazios Ölbild "Momento continuo", den ein Telefonbieter um 110.100 Euro ersteigerte, und eine Mischtechnik von Antoni Tapiès mit 97.900 Euro. Fast das Dreifache des unteren Schätzwertes von 25.000 Euro erzielte dagegen eine abstrakte dreiteilige Arbeit von Juilje Knifer. Sie ging für 73.500 Euro an einen Telefonbieter. Die höchsten Preise bei den Österreichern erzielten Werke von Arnulf Rainer und Otto Muehl, die um je 91.800 Euro versteigert wurden.

Kolo-Moser-Spitzenpreis

Im Dorotheum wurde bei der Auktion "Klassische Moderne" am Dienstag das Gemälde "Frühling" von Kolo Moser für 375.300 Euro zugeschlagen. Das sei ein Weltrekordpreis für Werke dieses Künstler, meldet das Auktionshaus. Das heftige Bietgefecht um das 1900 entstandene Bild, das auf 90.000 bis 130.000 Euro geschätzt worden war, habe ein österreichischer Saalbieter für sich entschieden.

Wertsteigerungen trotz Finanzmarktkrise: Auch bei dem Ölgemälde "Piazza d'Italia" von Giorgio de Chirico wurde der Schätzpreis (170.000 bis 250.000 Euro) übertroffen, das 1960 entstandene Werk erzielte 260.300 Euro. Oskar Kokoschkas Bild "Davis Children" (geschätzt auf 250.000 bis 300.000 Euro) wurde um 250.000 Euro zugeschlagen. Eine Zeichnung Gustav Klimts ("Bildnis eine Mädchens mit entblößter Brust", um 1916) ging deutlich über der Schätzung (40.000 bis 60.000) weg und erzielte 85.700 Euro, eine weitere Klimt-Zeichnung brachte 61.300 Euro.

Die Vierte Auktionswoche 2008 des Dorotheum wird am  Donnerstag mit Design fortgesetzt, am Freitag werden Uhren und Juwelen versteigert. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Frühling" von Kolo Moser

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