HIV-Patienten mit Mikrochips markieren

26. November 2008, 11:04
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Gesetzgeber in Papua Indonesien greifen zu drastischen Maßnahmen: HIV/AIDS-Patienten sollen überwacht und bei Infektion anderer bestraft werden

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters nach, will die indonesische Provinz Papua eine Verordnung erlassen, wonach einigen HIV/AIDS-Patienten ein Mikrochip zur Markierung implantiert werden soll, um andere vor der Ansteckung zu bewahren.

Überwachung

Der Chip soll zur Überwachung von Menschen dienen, die ein "aktives Sexualverhalten" gezeigt haben. "Es ist eine simple Technologie. Der Mikrochip sendet ein Signal aus, das von überwachenden Autoritäten empfangen wird", erklärt John Manangsang, ein lokaler Gesetzgeber.

Sollte ein HIV/AIDS-Patient ertappt werden, wie er eine gesunde Person infiziert, würde das eine nicht näher erläuterte Bestrafung nach sich ziehen, so Manangsang.

Menschenrechte

Die Bestrebungen der örtlichen Gesetzgeber stehen im Kreuzfeuer der Kritik von Menschenrechtsbehörden. Papuas National AIDS Commission selbst betonte, der Plan verstoße gegen die Menschenrechte.  

Infektion

Der Erlass der heftig umstrittenen Verordnung soll indes bereits Ende des Monats erteilt werden. Die Zahl der HIV/AIDS-Fälle pro 100.000 Menschen in Papua ist einer Studie zufolge 20 Mal höher, als im gesamten Indonesien. Experten nach habe sich das Virus rasch von "Prostituierten auf Hausfrauen" übertragen. Hinzu komme die traditionell verbreitete Promiskuität mancher Stämme in Papuan und eine schlechte Bildung. Mangelnde Aufklärung und der Mangel an Kondomen tragen zur raschen Verbreitung bei. (zw)

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    "Es ist eine simple Technologie."

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