Lula spricht mit Russlands Präsident Medwedew

26. November 2008, 07:51
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Verteidigung und Energie im Mittelpunkt - Brasilien und Russland wollen gegenseitige Investitionen steigern

Rio de Janeiro - Der russische Präsident Dmitri Medwedew ist im Rahmen seiner Südamerikareise in Brasilien mit seinem Amtskollegen Luiz Inacio Lula da Silva zusammengekommen. Lula empfing Medwedew am Dienstag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) zu einem Dinner in Rio de Janeiro. Im größten Land Lateinamerikas wollte Medwedew nach offiziellen brasilianischen Angaben die Förderung der bilateralen Zusammenarbeit in strategischen Bereichen wie Verteidigung, Energie und Infrastruktur erörtern.

"Unsere Länder haben gemeinsame Ziele und gemeinsame Arbeitsweisen", sagte Medwedew in Rio. Der Inhalt des ersten Gesprächs der beiden Präsidenten wurde aber zunächst nicht bekannt. Eine gemeinsame Erklärung sollte erst am Mittwoch nach einem zweiten Treffen veröffentlicht werden.

Das Außenministerium in Brasilia teilte am Dienstag mit, beide Länder wollten vor allem "die Steigerung der gegenseitigen Investitionen" besprechen. Russland sei daran interessiert, sich an brasilianischen Infrastruktur-Projekten in den Sektoren Wasserkraftwerke, Atomenergie, Eisenbahnen sowie am Bau von Gas- und Ölleitungen zu beteiligen. Außerdem wolle Medwedew mehr Waffen an Brasilien liefern. Im Gegenzug erwarte Brasilia eine Öffnung des russischen Marktes unter anderem für brasilianisches Rindfleisch. Ziel sei es, das bilaterale Handelsvolumen von 5,4 Milliarden Dollar (4,22 Mrd. Euro) im Jahr 2007 auf mindestens zehn Milliarden im Jahr 2010 zu erhöhen.

Nach einer Zeremonie für die brasilianischen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges besuchte Medwedew am Dienstag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen unter anderem die staatliche Erdöl- Gesellschaft Petrobras. Mehr als 2000 Elitesoldaten wurden wegen des Besuchs zu Sonderpatrouillen auf den Straßen Rios beordert. Zu Beginn seines Südamerikabesuchs hatte Medwedew im peruanischen Lima am APEC-Gipfel teilgenommen. Am Mittwoch wollte der Präsident nach Venezuela weiterfliegen und zum Abschluss auch Kuba besuchen. (APA/dpa)

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