Halbes Ostwachstum

25. November 2008, 18:28
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Einbruch bei Österreichs Handelspartnern

London - Die osteuropäischen Staaten werden ihre Wirtschaftsleistung 2009 nur noch um 2,2 Prozent steigern und damit halb so stark wachsen wie heuer. Werden die Exsowjetstaaten inkludiert, rechnet die Osteuropabank (EBRD) in ihrem am Dienstag präsentierten Transition-Report mit einem Plus von drei Prozent (nach 6,3 Prozent heuer). Damit hat die Bank ihren Ausblick für die Region bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr nach unten korrigiert.

Die Prognose könnte sich zudem als zu optimistisch erweisen, sollten die massiven Kapitalabflüsse anhalten. Vorbei ist es vorerst auch mit dem starken Beschäftigungswachstum der letzten Jahre, rechnet die Bank doch mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Das gelte insbesondere für Staaten, die hohe Handelsbilanzdefizite und Verschuldung in fremder Währung aufweisen, so EBRD-Chefökonom Erik Berglof. Rückläufige Kapitalzuflüsse könnten "signifikante Output-Reduktionen" bewirken. Die verschärften Kreditkonditionen treffen Länder wie die baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien und Ungarn besonders hart.

Sollte die Situation andauern, werden die Auswirkungen auf das Wachstum der Region besonders ernst sein, warnt die Osteuropabank. Allerdings konstatiert Berglof auch Pluspunkte: Dazu gehörten flexible Arbeitsmärkte, welche die Voraussetzungen für eine rasche Erholung verbesserten, und eine relativ geringe Verschuldung. (as, DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2008)

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