Die hohe Kunst, eine moderne Volkspartei zu sein

25. November 2008, 18:26
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    Was will die ÖVP? Wofür steht sie? Wer ist sie? Als Leiter der Perspektivengruppe hat Josef Pröll darüber schon nachgedacht. Als ÖVP-Chef will er die programmatische Arbeit wieder intensivieren.

ÖVP-Chef Pröll muss nicht nur die rot-schwarze Regierung bewältigen und als Finanzminister aufs Geld schauen, sondern auch seine Partei inhaltlich neu aufstellen

Die erste Hürde ist genommen. Eine rot-schwarze Regierung steht zur Angelobung bereit. Und auch an der zweiten Hürde wird Josef Pröll nicht scheitern, hat er sie sich doch relativ niedrig gelegt. "Deutlich mehr als 50 Prozent der Stimmen" möchte der designierte ÖVP-Chef am Freitag beim Parteitag in Wels bekommen, wenn er offiziell zum Parteiobmann gekürt wird.

Zum Einstand will der Neue seiner Partei eine Programm-Debatte schenken: "Wir werden programmatisch in der nächsten Zeit einiges diskutieren", kündigte Pröll an.

Das ist auch dringend nötig, sagte schon der ÖVP-Altvordere Erhard Busek im Standard. Er empfiehlt seinem Nachnachnachfolger nicht weniger als eine "Neugründung der ÖVP" samt inhaltlicher und personeller Erneuerung.

Die Personal-Auffrischung wurde dramaturgisch ausgeklügelt in Häppchen portioniert. Wie aber könnte die Neuerfindung einer Partei, die 1945 erstmals "erfunden" - also gegründet - wurde, aussehen? Wie lassen sich die Leiden einer Volkspartei - sie leiden ja auch andernorts - lindern?

"Ein neues Drehbuch schreiben"

Zuallererst brauchen Volksparteien, die von ihrer Konstruktion her "Integrationsparteien" sind, die möglichst alle relevanten Interessengruppen und damit auch -gegensätze unter einem Dach verbinden wollen, eine "starke Persönlichkeit an der Spitze, mehr noch als homogenere Parteien", erklärt der Salzburger Politikwissenschafter Herbert Dachs im Standard-Gespräch: "Diese Führungspersönlichkeit muss auch durch Kommunikationsmanagement 'gemacht' werden, und sie braucht ein hohes Maß an Authentizität."

Dann muss sich Josef Pröll "ein neues Drehbuch schreiben", empfiehlt Dachs, denn bei Vorgänger Wilhelm Molterer "war das ganze Drehbuch irgendwie falsch - Stichwort: Der SPÖ nichts gönnen". Und Pröll muss als Chef der ÖVP, die von Ländern und Bünden (Bauern, Wirtschaft, Arbeitnehmer) lebt und geprägt ist, "einen permanenten internen Kommunikations- und Informationsprozess starten, der nicht nur Ergebnisse, sondern auch die Alternativen benennt".

Das zu machen, ist angesichts der Große-Koalition-Skeptiker in der ÖVP besonders wichtig, zumal sich "weltanschaulich und ideologisch ausgedünnte Volksparteien aufgrund ihrer Heterogenität naturgemäß in der Opposition besonders schwer tun", sagt Dachs.

"Inhomogenität der Wählerschaft"

"Das Problem der ÖVP ist die Inhomogenität der Wählerschaft", meint auch der Leiter der Politischen Akademie der ÖVP, Dietmar Halper. Sie habe sowohl progressive als auch konservative Kernwählerschichten, sagt er zum Standard und nennt als Beispiele Ausländerpolitik und Homo-Ehe. "Die Kunst der ÖVP wird sein, beide Gruppen mitnehmen zu können."

Und sie muss natürlich parteiintern die Bünde mitnehmen, will heißen: bedienen. Aber, so Halper: "Die Bünde sind unsere politische DNA. Es ist auch eine große Chance, so strukturiert zu sein." Die Frage, die der Leiter des schwarzen Thinktanks daraus ableitet, lautet: "Wie nutzt man das?" Josef Pröll wird eine Antwort finden müssen. Die Zeit für so ein Projekt ist gut, glaubt Halper. Er sieht am schwarzen Himmel genau jetzt ein "Mondfenster für die Neuordnung von Partei, Klub und Akademie. Und solche Momente bergen auch Entstehungsenergie in sich."

Josef Pröll kann sie brauchen. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2008)

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Bekämpft Nazis!
27.11.2008 18:32
Am besten schreiben, Es war einmal.....

Das wäre ein guter Anfang und ein guter Tipp nicht so hochnäsig sein, dass ist nur was für Leute die etwas los haben!

St. Germain
27.11.2008 13:40
nostalgie!

am besten
ist es der vp wohl noch immer in der aera schüssel gegangen.
schüssel, bartenstein und molterer, wird bald wieder kommen!

vorschlaghammer
27.11.2008 01:02
noch nicht mal angelobt

und die ÖVP rüstet schon für den kommenden wahlk(r)ampf ! in großen österreichischen tageszeitung schaltet pröll schon anzeigen um punkte zu sammeln.
man ist diese ÖVP widerlich.

Bekämpft Nazis!
27.11.2008 18:33
Schwerst widerlich, wäre richtiger!

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27.11.2008 12:15
ihr vorschlaghammer...

...ist ihnen offenbar nicht nur auf die zehen gedonnert.

da ist davon die rede, die oevp muesse sich "neu aufstellen".

das ist fuer sie bereits "wahlkampf"?

und die oevp deshalb "widerlich"?

keine ahnung, wie sie des sehen, ist mir eigentlich auch blunzn, aber eine oevp, die sich grundlegend vom unsaeglichen schuesselianismus abwendet, kann mir persoenlich nur recht sein.

Dante Alighieri
26.11.2008 18:35

Im Endeffekt ist die ÖVP die parteigewordene Wählerverarsche. Tut so als würde sie das Volk vertreten, dabei vertritt sie in Wahrheit nur bauern- und industriefreundlichen Protektionismus und eine Gesellschaftspolitik die Extremisten wie Haider und Strache mit Begeisterung erfüllt. Warum hat sie dennoch so viele Wähler? Weil die Bünde es schaffen die Leute zu indoktrinieren, ihnen vorzugaukeln dass die ÖVP ihre Interessen vertritt. Aber früher oder später wird dieses Lügengebäude zusammenbrechen, und dann siehts bitter für die ÖVP aus.

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27.11.2008 12:30
jetzt sagen's dasselbe noch einmal...

...und denken dabei nicht an die schuessel-figuren, sondern zb an einen busek oder fischler.

und von denen ist mbmn ein proell eher ang'haucht als von einem schuessel.

ist mir persoenlich lieber.

schaun mr amal.

K Anderl
27.11.2008 17:54
Da haben Sie völlig recht.

Es ist aber auch bezeichnend, dass Pröll kaum angegriffen wird und man der kommende Regierung nicht allzu negativ gegenübersteht.

Andererseits ist aber jetzt auch der Zeitpunkt gekommen seine Unmut über acht schlimme Jahre Luft zu verschaffen, in denen neoabsolut geherrscht wurde.

Dies vermehrt am Nagel Schüssel festzumachen und verbliebene Geister anzuprangern, finde ich legitim und hält auch den Zugang zu einer anderen, dann nicht mehr als Vaupen bezeichnete ÖVP offen, zumal Faymann/Pröll eine Mannschaft in die 1. Reihe gestellt hat, die weitestgehend nicht konfrontativ orientiert ist.

Dass sich diese aber in der 2. Reihe wiederfinden, muss als Zugeständnis an Ewiggestrige verstanden werden, die sowieso auf verlorenem Posten stehen.

skip it
28.11.2008 07:38
was ich ueber schuessel und die geballte inkompetenz...

...soie jegliche absenz von charakter waehrend der unsaeglichen haselnusskoalitionen gehalten hab, ist hier seit 4.2.2000 nachzulesen.

jetzt brauch mr uns nimmer aufregen: jetzt muess mr nur schauen, dass dieser dunst nimmer faeult, sprich brav des maul haelt.

im ernst, weil alle so matschkern: wenn ich die derzeitige regierung mit jener des 4.2.2000 vergleich, stell ich fest: beides ang'schaut, KEIN vergleich!

Earl Grey1
27.11.2008 12:35
kann mich

noch guut erinnern, dass sie ähnliches auch mal von molterer gesagt haben.
man kann sich keine partei basteln, es sei denn man ist der haider.
und seien sie mal ehrlich, was hat ein busek großes getan?
waste of time...

skip it
27.11.2008 13:01
stimmt, molterer hat mich enttaeuscht...

...gusenbauer uebrigens auch.

was busek "grosses" geleistet hat? fragen's doch seine regierungspartner.

die sind heut noch gut auf ihn zu sprechen.

Bekämpft Nazis!
27.11.2008 18:38
Molterer ist nicht zu beschreiben!

So etwas hatte die Republik noch nie!
Alle Vorzüge um ihn nicht zu wählen!
Schüssel hat ihn ja auch hinein gestossen in das Geschehen und ist zurück getreten!
Da sieht man wie die ÖVP mit ihren eigenen Leuten umgeht!
Gewählt wäre Molterer nie worden, das wusste Schüssel und hatte seine Marionette!!!

Michael Seeber
28.11.2008 01:51

das hat sich der schüssel vom kreisky abgeschaut: einen nachfolger zu küren, der einen selbst noch größer aussehen lässt - hat beide male gut funktioniert...

True Earl Grey
27.11.2008 13:10

Vranitzky sagte einst in seiner präpotenten Art:
"Busek - Das ist der Sessel neben mir!"

Nichtschweiger 
26.11.2008 21:22
Sehe sie und das ist das Geheimnis warum die SPÖ mehr Wähler hat als die ÖVP - Indoktrinierung!

Die SPÖ ist bei der Indoktrinierung ihrer Anhänger viel erfolgreicher. (Ist ja auch keine Überraschung - es sind zumeist Ungebildete und Gering-Gebildete wie die Wähleranalysen zeigen)

Tut mir leid - ihre Kommentare sind zumeist durchaus fundiert! Nur wenns gegen die ÖVP geht kommt offensichtlich ihr Gehirn zum Stillstand!

K Anderl
27.11.2008 00:57
So ein Geheimnis ist das gar nicht,

dass jene Leute mit der Kompetenz sich über Ungebildete und Gering-Gebildete zu erheben, anteilig am Schwinden ist.

in aller Freundschaft 
26.11.2008 15:56
Bitte

hat der Standard keinerlei Bildungsauftrag mehr!

Die ÖVP wurde nur nach dem Namen nach 1945 gegründet, die Vorgängerpartei der ÖVP war es die unter Dollfuß 1933 das Parlament ausschaltete und /1927/1934 auf Arbeiter/innen schießen ließ und eine austrofaschistische Diktatur unter Dollfuß einrichtete.

Diese trug einen großen Teil zur Machtergreifung der Nazis in Österreich bei!
Und diese ÖVP verehrt einen Diktator Dollfuß noch heute.

Nichtschweiger 
26.11.2008 16:12
Wär ich auch dafür!

Sie jedenfalls hätten jede Menge Bildung notwendig vielleicht würden sie dann die Geschichte nicht derartig verdrehen. Aber ich meine bei jemanden der sich "in aller Freundschaft" nennt geht es ja gar nicht um ein objektives Geschichtsbild - sie möchten doch nur ihre Fehlsichtigkeit bestätigt haben.

in aller Freundschaft 
26.11.2008 16:27
an Nichtschweiger die ÖVP ist Nachfolgepartei der Christlichsozialen Partei

ah interessant, nein, die haben das Bild des Austrofaschisten Dollfuß nur so noch im Parlamentsclub rumhängen.

18. Mai 1930
Die Heimwehren bekennen sich im “Korneuburger Eid” zum Faschismus: “... wir verwerfen den westlichen parlamentarischen Demokratismus.“

7. März 1933
Kanzler Dollfuß schaltet das Parlament aus und proklamiert die autoritäre Führung der Staatsgeschäfte.

12. Februar 1934
Februar-Blutbad: Polizeibeamte dringen in das Linzer Parteiheim ein. Die Schutzbündler setzen sich zur Wehr, daraufhin bricht auch in Wien und anderen Industriestädten der Aufstand los. In Wien wird der Karl-Marx-Hof vom Bundesheer beschossen. Die Kämpfe dauern teilweise bis 16. Februar an. In Folge wird die Sozialdemokratie verboten

True Earl Grey
27.11.2008 18:26
Wer den Wind sät .....

Aus Linzer Programm der SPÖ 1926:
" Wenn sich aber die Bourgeoisie gegen die gesellschaftliche Umwälzung, die die Aufgabe der Staatsmacht der Arbeiterklasse sein wird, … widersetzen sollte, dann wäre die Arbeiterklasse gezwungen, den Widerstand der Bourgeoisie mit den Mitteln der Diktatur zu brechen."

Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten!

K Anderl
26.11.2008 16:22
Ganz ehrlich gemeint:

Würden Sie mir bitte die Geschichte richtig stellen?

in aller Freundschaft 
27.11.2008 10:51
also bis jetzt nichts gekommen oder ich finde es nicht

aber habe so das Gefühl der Nichtschweiger wird wieder das Übliche erzählen: Dollfuß war das erste Opfer der Nazis in Österreich, also die Martyrerlegende und die Sozialdemokraten haben auch nichts gegen den Einmarsch und die Volksabstimmung gehabt.

Nichtschweiger 
26.11.2008 21:27
Habe ich schon...

...in einer Antwort an "in aller Freundschaft" auf die ich sie verweisen wollte - wurde leider bis jetzt noch nicht veröffentliche. Und ich habe ehrlich gesagt um 21.30 keine Lust mehr das noch einmal zu schreiben.

Bis zum nächsten mal - ich nehme an es gibt eines!

K Anderl
27.11.2008 10:47
Ihre Antwort ist nicht erschienen :-(

Wenn Sie bitte so lieb sind, und sie noch einmal eintippen. Ansonsten müsste ich andren Orts noch einmal darauf zurückkommen.

cu

Nichtschweiger 
26.11.2008 16:56
Gleich nachdem sie mir das mit Adam Smith erklärt haben!

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