Mit "lebenswert" gegen den Suizid von Mitschülern

25. November 2008, 18:24
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Ein Suizidpräventionsprogrammes für Jugendliche startet in diesem Semester an Salzburger Schulen

Salzburg - Die Regel ist einfach: "Achte auf die Warnsignale! Bleib in Beziehung! Sag es einem Erwachsenen!" Kurz ABS. Diese Empfehlung an die Schüler ist zentraler Teil eines umfangreichen Suizidpräventionsprogrammes für Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren. Das Programm wird in diesem Semester an Salzburger Schulen gestartet. Das vom Suizidexperten der Salzburger Doppler-Klinik, Psychiatrieprimar Reinhold Fartacek, gemeinsam mit der Medizinischen Privatuni und der Pädagogischen Hochschule erarbeitete Vorbeugeprojekt "lebenswert" richtet sich an alle mit der Schule Befassten: Schüler, Eltern und Lehrer. Es ist das erste Präventionsprogramm dieser Art im deutschen Sprachraum.

Burschen gefährdet

Laut Fartacek sinke die Suizidrate aufgrund der besseren psychiatrischen Versorgung zwar stetig, sei aber immer noch hoch. So hätten sich im Jahr 2006 von 100.000 gleichaltrigen Burschen zwischen 15 und 19 Jahren immerhin 15 das Leben genommen. Bei den 20 bis 24-Jährigen steige diese Rate auf 25 pro einhunderttausend jungen Männern gleichen Alters.

Für Schüler wie für Lehrer und Eltern ist vor allem das Erkennen der Warnsignale von Bedeutung. Solche seien beispielsweise Selbstverletzungen wie Ritzen oder Brennen, übermäßiger Alkoholkonsum, Rückzug aus dem Freundeskreis, Schlafstörungen bis hin zu direkt geäußerten Todeswünschen. (neu, DER STANDARD Printausgabe, 26.11.2008)

 

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