Unabhängige Gewerkschafter kritisieren "staatstragendes Getue"

25. November 2008, 16:56
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Die Unabhängigen Gewerkschafter sind mit der Performance des ÖGB unzufrieden: "'ÖGB-neu' sieht wieder 'uralt' aus" und "ÖGB darf sich nicht von Regierung vereinnahmen lassen"

Die Unabhängigen Gewerkschafter (UG) - ein Zusammenschluss überparteilicher und parteiunabhängiger Listen innerhalb des ÖGB - machen sich Sorgen um die Unabhängigkeit desselben. "Der ÖGB - jedenfalls der dominierende sozialdemokratische Teil - gefällt sich in der Rolle als Regierungspartner. Von umfassender Transparenz und ehrlicher Diskussion war wenig zu sehen. Der 'ÖGB neu' sieht zusehends wieder 'uralt' aus. Und das staatstragende Getue der sozialdemokratischen ÖGB-Spitzen nervt zusehends", sagte Markus Koza, Vertreter der UG.

"Hauptsache 'Wir haben wieder den Sozialminister'"

Der Jubel in ÖGB-Kreisen darüber, dass mit Rudolf Hundstorfer ein Gewerkschafter den Sozial- und Arbeitsminister stellt, werfe die Frage auf, wie sich der ÖGB künftig gegenüber einer SPÖ-geführten Bundesregierung verhalten wird, so Koza: "Hauptsache 'Wir haben wieder den Sozialminister' und ein aus FSG-Sicht 'historischer Irrtum', nämlich jener, dass ein SP-geführtes Sozialministerium von einem Nicht-Gewerkschafter geleitet wird, ist endlich wieder bereinigt".

Foglar kein Visionär

Gespannt zeigen sich die UG darauf, wie der Nachfolger von Hundstorfer Erich Foglar die künftige Rolle des ÖGB sieht. "Foglar hat sich in Zeiten der schweren ÖGB-Krise rund um das BAWAG-Debakel durchaus bewährt. Das verdient Respekt. Wenig aufgefallen ist Foglar bislang allerdings als Visionär", sagt Koza. (red, derStandard, 25.11.2008)

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