Kritik an Lidl und KiK wegen Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

25. November 2008, 16:11
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Die Supermarktkette und der Bekleidungsdiskonter lassen laut Arbeitsrechts­organisationen in Bangladesch unter extrem schlechten Bedingungen produzieren

Berlin/Neckarsulm - Die deutsche Supermarktkette Lidl und und der Bekleidungsdiskonter KiK, die beide auch in Österreich vertreten sind, lassen laut Arbeitsrechtsorganisationen Textilien in Bangladesch unter extrem schlechten Bedingungen produzieren. Die Löhne bei Zulieferfirmen lägen oft unter dem Existenzminimum und gewerkschaftliche Organisationen würden verhindert, sagte Gisela Burckhardt vom Netzwerk "Kampagne für saubere Kleidung", das für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilbranche eintritt, am Dienstag in Berlin.

Die Chefin von Bangladeschs Textilarbeitergewerkschaft NGFW, Shahida Sarker, forderte "vernünftige Preise" in Deutschland, damit die Arbeiter in ihrer Heimat vernünftig bezahlt werden könnten.

Mitverantwortung

Die Unternehmen, die in ihren Läden in Deutschland Textilien zu Billigpreisen anbieten, seien für Missstände in Bangladesch mitverantwortlich, sagte Burckhardt. Mit ihrer Kaufkraft könnten sie Warenpreise diktieren und so die Löhne mitbestimmen. Diese lägen trotz eines Mindestlohnes oft unter dem Existenzminimum: "Die Arbeiter können nur überleben, wenn sie massiv Überstunden machen", sagte Burckhardt. Die Näherin Suma Sarker etwa sagte, als Witwe und Mutter eines zweijährigen Sohnes müsse sie täglich rund dreizehn Stunden arbeiten. In ihrer Fabrik in der Hauptstadt Dhaka sei kaum Zeit, während der Arbeit zur Toilette zu gehen, viele Kolleginnen hätten Gesundheitsprobleme.

Kritik zurückgewiesen

Lidl wies die Kritik zurück und verwies auf Maßnahmen, mit denen das Unternehmen schlechten Arbeitsbedingungen entgegenwirke. Anhand eines Verhaltenskodex prüften unabhängige Institute die Arbeitsbedingungen von Zulieferern in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Bangladesch, sagte eine Sprecherin. In den vergangenen 14 Monaten seien 1.700 Kontrollen vorgenommen worden. In Trainingsprogrammen würden zudem leitende Mitarbeiter in Sozialstandards geschult. KiK äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht.

Die "Kampagne für saubere Kleidung" kritisierte es als "Strategie" der Unternehmen, Verletzungen der Arbeitsstandards zuzugeben und auf Gegenmaßnahmen zu verweisen. Diese seien jedoch bisher punktuell geblieben. Laut Gewerkschaftschefin Shahida Sarker arbeiten in Bangladesch rund 2,5 Mio. Menschen in der Textilbranche, davon seien 85 Prozent Frauen. (APA)

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