ElBaradei: Nuklear-Hilfe für Damaskus kein Risiko

25. November 2008, 16:02
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IAEO-Chef: Westliche Blockade könnte UN-Behörde diskreditieren

Wien - In einem Gesuch Syriens um Hilfe bei der Planung eines Atomkraftwerks durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA) sieht der Chef der Behörde, Mohamed ElBaradei kein Weiterverbreitungsrisiko. Damaskus könne die Anlage keinesfalls militärisch missbrauchen, versicherte ElBaradei laut Mitteilung vom Dienstag. Eine westliche Initiative, um das Projekt dennoch zu blockieren, könne die UN-Behörde diskreditieren, warnte er. Die Entscheidung des 35 Staaten umfassenden Gouverneursrats soll am Freitag fallen.

Gegen Politisierung

Einige westliche Staaten haben sich gegen die 350.000 US-Dollar (273.203 Euro) schwere IAEO-Hilfe für das syrische Nuklearprojekt ausgesprochen, weil das Land derzeit von IAEO-Inspektoren untersucht wird und unlängst Spuren von Uran gefunden wurden. China, Russland und einige Entwicklungsländer auf der anderen Seite sind gegen eine "Politisierung" der IAEO-Hilfe, da es keinen hinreichenden Beweis für die Verletzung der Nichtweiterverbreitungsregeln gebe. Auch ElBaradei stellte sich auf ihre Seite: "Das technische Kooperationsprogramm der IAEO sollte nicht politischen Überlegungen unterworfen sein", sagte er laut Mitteilung.

Die USA verdächtigen Syrien, im Geheimen an einem Reaktor gebaut zu haben, in dem waffenfähiges Plutonium hergestellt werden sollte. Ein vorläufiger IAEO-Bericht der Vorwoche stellt fest, dass der im vergangenen Jahr von israelischen Kampfflugzeugen zerstörte Gebäudekomplex bei Al-Kibar in der syrischen Wüste Ähnlichkeiten mit einem Kernreaktor hatte und dass in dem Gebiet Spuren von Uran gefunden wurden, die nicht von Natururan stammten. Es bedürfe jedoch weiterer Untersuchungen. Diskutiert werden sollen die Untersuchungsergebnisse zu Syrien beim nächsten IAEO-Gouverneursrat, der am Donnerstag beginnt. Weitere Themen sind der Atomkonflikt mit dem Iran und Nordkorea. (APA/Reuters)

 

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