Suche nach Erdöl führt zu Spannungen zwischen Ankara und Nikosia

25. November 2008, 15:35
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Türkei betrachtet Region als ihren Festlandsockel und beansprucht das alleinige Erkundungsrecht

Nikosia - Die Suche nach Öl unter dem Meeresboden südwestlich der Mittelmeer-Insel Zypern hat zu Spannungen mit der Türkei geführt. Ein Forschungsschiff hatte im Auftrag der zypriotischen Regierung rund 50 Kilometer südwestlich der Insel mit einem Ultraschall-Sonar nach Erdöl unter dem Meeresboden gesucht, wie der zypriotische Rundfunk am Dienstag berichtete. Ankara betrachtet diese Region als seinen Festlandsockel und beansprucht das alleinige Erkundungsrecht.

Zwischenfälle

Eine türkische Fregatte näherte sich den Angaben zufolge am Montag dem Forschungsschiff und forderte seinen Kapitän auf, sofort das Gebiet zu verlassen. Zu einem ähnlichen Zwischenfall war es bereits am 13. November gekommen. Damals überflogen im Tiefflug türkische Kampfbomber das Forschungsschiff und zwangen es, die Aktivitäten abzubrechen.

"Wir werden auf unsere Rechte bestehen. Wir haben die Europäische Union benachrichtigt. Die Türkei kann nicht so agieren", sagte der zypriotische Außenminister Markos Kyprianou im Staatsradio. Die Regierung in Nikosia hatte vergangenes Jahr Aufträge zur Erforschung möglicher Erdöl- und Erdgasvorkommen südlich und südwestlich der Mittelmeerinsel Zypern an ausländische Firmen vergeben. Experten vermuten in dem rund 60.000 Quadratkilometer großen Seegebiet Erdölvorkommen von mehr als 15 Milliarden Barrel. (APA/dpa)

 

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