Österreich auf dem Weg zur IKT-Spitzennation

25. November 2008, 15:21
1 Posting

"IKT-Forschungsstrategie 2020" zeigt Erfolgsrezepte auf

Der österreichische Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RAT FTE), strategisches Beratungsorgan der österreichischen Bundesregierung, hat Dienstag, die "IKT-Forschungsstrategie 2020" präsentiert. Schon jetzt sind Informations- und Kommunikationstechnologien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich und die Alpenrepublik hat die Chance, sich bis 2020 international im absoluten IKT-Spitzenfeld zu etablieren, so der RAT FTE. "Bei der Strategie geht es darum, Österreich zu einem attraktiven IKT-Standort für Forscher und Unternehmen zu machen", betont Ratsmitglied Reinhard Petschacher. Dabei müsse man sich an europäischen Vorbildern in Skandinavien ebenso orientieren wie an globalen - besonders in Asien. Von der öffentlichen Hand sei dazu ein Investitionsschub als Initialzündung gefordert.

Bessere Bedingungen für Wissenschaftler

"Attraktive Schwerpunkte an den Hochschulen und bessere Bedingungen für Wissenschaftler" bezeichnet Petschacher als zwei notwendige Maßnahmen, um den IKT-Standort Österreich zu stärken. Eine Positionierung als IKT-Forschungsstandort mit klarem Profil soll internationale Forscher ansprechen. "Österreich muss IKT-Einwanderungsland für Wissenschaft und Wirtschaft werden", meint Petschacher. Gleichzeitig fordert der RAT FTE, dass die IKT-Ausbildung schon in Schulen verbessert wird. Die Zahl der IKT-Studierenden soll sich außerdem von derzeit 2.400 auf 6.800 fast verdreifachen und die Drop-Out-Rate von derzeit 60 Prozent halbiert werden. "Wir müssen die Ausbildung besser gestalten und auch im Ausland besser vermarkten", ist Petschacher überzeugt. Zusätzliche Eigenmittel für die Grundlagenforschung an Hochschulen seien ebenso erforderlich wie ein Ausbau internationaler Forschungskooperationen.

IKT-Standort stärken

Der RAT FTE fordert außerdem Maßnahmen zur Stärkung der IKT als Konjunktur- und Beschäftigungsmotor. "Es bedarf beispielsweise Gründungsinitiativen, um Stärkefelder aus der Forschung auch in der Wirtschaft umzusetzen", meint Petschacher. Insgesamt allein bis 2012 sollen dem RAT FTE zufolge 500 neue Firmen entstehen und in den nächsten vier Jahren 17.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Relevanz der IKT für die österreichische Wirtschaft sieht Petschacher dadurch erwiesen, dass schon 2006 für IKT-F&E (Forschung und Entwicklung) 0,53 Prozent des BIP aufgewendet wurden, wobei die Wirtschaft mit 81 Prozent den Löwenanteil der Ausgaben trug. Dass Microsoft jüngst ein Innovation Center in Österreich gegründet hat, sieht Petschacher als gutes Beispiel, wie der IKT-Standort Österreich gestärkt werden kann. Auch, dass Google sich in Oberösterreich nahe dem Campus Hagenberg der Fachhochschule Oberösterreich ansiedeln will, spreche für die Alpenrepublik als Standort.

Finanzierungsanteil soll steigen

Als Initialzündung für eine weitere Stärkung des Standorts Österreich fordert der RAT FTE, dass der öffentliche Finanzierungsanteil für IKT-F&E in den nächsten fünf Jahren zunächst auf 23 Prozent steigt. Bis 2020 sollen die F&E-Ausgaben für IKT dann auf 0,8 Prozent des BIP und der Unternehmensanteil daran wieder auf 83 Prozent steigen. Dass ein solcher Rückgang der öffentlichen Förderungen bei einem erfolgreichen Modell realistisch ist, hat sich Petschacher zufolge am Beispiel Südkoreas gezeigt. "International sind Finnland, Schweden, Südkorea und Singapur jeweils auf ihre Art wichtige Vorbilder", betont der Experte weiters. Die IKT-Forschungsstrategie 2020 zielt darauf ab, Österreich an eben solche Vorbilder heranzuführen und damit bis 2020 im internationalen Spitzenfeld der kleineren IKT-Nationen zu etablieren. (pte)

Share if you care.