Studie zu "Kinderbräuten" in der Türkei

25. November 2008, 14:54
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Mindestens sieben Prozent der türkischen Mädchen werden vorzeitig aus der Schule genommen, um verheiratet zu werden

Istanbul - Aus einer neuen repräsentativen Untersuchung, die die Zeitung "Hürriyet" in Auftrag gab, geht hervor, dass es in der Türkei rund eine Million "Kinderbräute" gibt. Mindestens sieben Prozent der türkischen Mädchen werden demnach von ihren Eltern vorzeitig aus der Schule genommen, um sie zu verheiraten. Zwei von drei Frauen könnten sich ihre Ehemänner nicht selbst aussuchen, 60 Prozent der Türkinnen müssten ihre Ehemänner fragen, wenn sie aus dem Haus gehen wollen.

Aufmerksamkeit

Weitere Einzelheiten der Studie des Meinungsforschungsinstituts KONDA für "Hürriyet" sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. "Hürriyet" zitierte seine Geschäftsführerin Vuslat Dogan Sabanci mit ersten Ergebnissen der Studie. Sabanci äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion, bei der zwei Kurzfilme zum Thema Kinderbräute vorgestellt wurden. Die Filme waren von der Frauenrechtsorganisation "Fliegender Besen" in Zusammenarbeit mit der EU-Vertretung in der Türkei und dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund-Köln produziert worden und sollen auf das Schicksal der Mädchen aufmerksam machen. (APA/AFP)

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