Kirchliche PH Wien will Vorschullehrer ausbilden

25. November 2008, 14:50
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Vorbild Schweiz: Eine Ausbildung für Vorschule und ersten beiden Jahre der Volksschule - Kooperationsvertrag mit Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz

Wien - Kindergartenpädagogen und Vorschullehrer sollen künftig auch an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet werden, wünscht sich Ulrike Greiner, Rektorin der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPHVIE). In der Schweiz werde bereits jetzt eine Ausbildung zum Lehrer für die gesamte Entwicklungsphase von Kindern zwischen drei und acht Jahren angeboten. In Österreich werde dieses Modell derzeit nicht angenommen. "Aber wir wollen das verwirklichen", betonte Greiner am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Aufnahme von Umsteigern wichtig

Die Pädagogischen Hochschulen (PH) müssten in den kommenden fünf Jahren mehrere Fragen angehen, so Greiner. Sie nannte etwa die Weiterentwicklung der PH und Fragen des Managements. Auch auf den für die kommenden zehn bis 15 Jahre prognostizierten Lehrermangel müsse man sich vorbereiten - auch wenn Greiner betont, dass der künftige Bedarf in ihrem Bereich (Volks-, Haupt- und Sonderschulen) "abgedeckt werden kann". Derzeit werde an einem Masterplan gearbeitet, wie viele Lehrer an Österreichs PH maximal ausgebildet werden könnten. Greiner hob hervor, dass flexiblere Aufnahmemöglichkeiten von Umsteigern aus anderen Studien wichtig sei. Es dürften allerdings nicht Lehrer "im Schnellsiedeverfahren" ausgebildet würden.

Kooperationsvertrag mit Deutschland und Schweiz

Strategien will Greiner gemeinsam mit zwei eigenständigen PH finden, "die vor ähnlichen Problemen stehen": die PH Zentralschweiz-Luzern und die PH Schwäbisch-Gmünd, die einzige PH in einem deutschen Bundesland zur Ausbildung der Plicht- und Vorschule. In einem Kooperationsvertrag wird die gemeinsame Weiterentwicklung der Lehrerbildungskonzepte festgeschrieben. Dazu gehören der Austausch von Curricula, Grundschuldidaktik und Vorschulbildung, Austausch von Studenten und Lehrenden nach Themenschwerpunkten und Betreuung von Abschlussarbeiten der Partner-PH. Die PH Zentralschweiz-Luzern will sich Greiner noch in einer anderen Sache zum Vorbild nehmen: "Wir müssen noch viel am Status der Lehrer als Experten arbeiten. Die Schweiz hat bereits Erfahrung mit der Aufwertung des Lehrer-Images gemacht." (APA)

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