Weitgehende Übereinstimmung bei Wiedervereinigungs-Gesprächen

25. November 2008, 14:19
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Gespräche sollen am 2. Dezember fortgesetzt werden

Nikosia - Die politischen Führer der geteilten Mittelmeerinsel Zypern haben am Dienstag ihre Gespräche für eine Vereinigung fortgesetzt. Der zypriotische Präsident Demetris Christofias und der türkisch-zypriotische Volksgruppenführer Mehmet Ali Talat sprachen mehr als drei Stunden über das künftige juristische System eines föderativen Zypern. "Zu diesem Thema hatten wir fast übereinstimmende Ansichten", sagte der Vertreter der Vereinten Nationen auf Zypern, Taye-Brook Zerihoun, im Fernsehen nach dem Treffen. Die Gespräche sollen am 2. Dezember fortgesetzt werden, teilte Zerihoun weiter mit.

Angestrebt wird die Bildung einer Föderation des türkisch-zypriotischen Nordens mit dem griechisch-zypriotischen Süden. Griechische und türkische Zyprioten haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie eine gemeinsame Föderation gestaltet sein soll. Die griechischen Zyprioten wollen eine Föderation mit einer starken Zentralregierung. Die türkischen Zyprioten sind für eine Konföderation zwischen zwei unabhängigen Staaten, die sich in einem losen Verbund zusammenschließen. "Man muss Nerven wie Drahtseile haben", sagte der zypriotische Präsident Christofias vor Journalisten nach dem Treffen.

Zypern gehört seit dem 1. Mai 2004 zur Europäischen Union. Die Regierung in Nikosia kontrolliert jedoch nur den Süden der Insel. Die "Türkische Republik Nordzypern" ist international nur von der Türkei anerkannt. Die Türkei hält nach einem griechischen Militärputsch auf der Insel den Nordteil seit Juli 1974 besetzt. (APA/dpa)

 

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