Genitalverstümmelung: Strafandrohungen reichen nicht

25. November 2008, 13:14
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Prammer präsentierte Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung - Kein Staat in Europa sei frei von FGM

Wien - Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen hat Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Dienstag im Parlament einen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung präsentiert. Kein Staat in Europa sei frei von FGM (Female Genital Mutilation), "auch Österreich nicht", erklärte Prammer in einer Aussendung. Strafandrohungen allein würden nicht ausreichen, es müsse mehr Informations- und Bildungsarbeit geleistet werden.

Aufklärungsarbeit

Der Aktionsplan soll zwischen 2009 und 2011 umgesetzt werden. Er sieht unter anderem vor, die Aufklärungsarbeit an Schulen und die Bewusstseinsbildung zu intensivieren und die Beratung von Opfern zu forcieren. Auch die Einrichtung einer Website, mehrsprachige Informationsfolder, Radio- und TV-Spots sowie Schulungen für religiöse Leiter, die Exekutive und Ärzte sind geplant.

So soll etwa verstärkt bewusst gemacht werden, dass weibliche Genitalverstümmelung nach dem Sicherheitspolizeigesetz als "gefährlicher Angriff" gilt und zivilrechtliche Schadenersatzklagen gegen die Eltern möglich sind.

Projekt "Daphne"

Eingebettet ist der österreichische Aktionsplan in das von der EU geförderte Projekt "Daphne", das sich die Vorbeugung und Eliminierung weiblicher Genitalverstümmelung in Europa zum Ziel gesetzt hat und an dem sich insgesamt 15 Staaten beteiligt haben. An der Erarbeitung der nationalen Kampagne habe unter anderem die Afrikanische Frauenorganisation in Wien "federführend" mitgewirkt. (APA)

  • Barbara Prammer präsentierte am Dienstag einen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung. 
    foto: georg hochmuth

    Barbara Prammer präsentierte am Dienstag einen Aktionsplan gegen weibliche Genitalverstümmelung. 

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