Rekordzahl an Einreichungen für den "Maecenas"

25. November 2008, 12:43
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Österreichischer Kunstsponsoringpreis wird zum 20. Mal verliehen

Wien - Zum 20. Mal wird Dienstag Abend im Hotel Imperial der Österreichische Kunstsponsoringpreis "Maecenas" verliehen. Die undotierte Auszeichnung wird vom unabhängigen Wirtschaftskomitee "Initiativen Wirtschaft für Kunst" (IWK) gemeinsam mit dem ORF in vier Kategorien vergeben. Am Vormittag gab IWK-Geschäftsführerin Brigitte Kössner-Skoff die ausgezeichneten Unternehmen bekannt und zeigte sich über eine Rekordzahl an Einreichungen erfreut: 164 Unternehmen haben sich mit 202 Projekten beworben. Das Gesamtbudget der Einreichungen umfasste 9,3 Mio. Euro (bei einem geschätzten Gesamt-Sponsoring-Volumen in Österreich von 43 Mio. Euro).

Jury-Sprecher Martin Schwarz hielt eine kurze Rückschau auf zwei Jahrzehnte "Maecenas": "Wir haben eine beachtliche Professionalisierung im Kunst- und Kultursponsoring erreicht", freute er sich. Vom Steckenpferd der Unternehmer-Gattin sei es häufig zu einem integrierten Bestandteil der Unternehmenskultur geworden. Mittlerweile gebe es mehr als 1.500 Unternehmen in Österreich, die strukturell Kunst und Kultur förderten. "Was wir leider nicht erreicht haben ist die staatliche Absetzbarkeit, die wir immer wieder umbuhlten. Aber da geht es uns nicht anders als anderen."

Nachwirkungen der Finanzkrise

Den im Regierungsprogramm enthaltenen Satz "Aus kunst- und kulturpolitischer Sicht sollen steuerliche Maßnahmen zur Belebung des Kunstmarktes und Kunstsponsorings geprüft werden" beurteilt Kössner-Skoff vorsichtig positiv: "Uns haben immer alle alles versprochen. Geschehen ist nichts. Wir können nur hoffen." So müsse etwa der Sponsorerlass dringend konkretisiert werden. Die schlechte wirtschaftliche Lage werde sich, wenn überhaupt, im Sponsorbereich erst in ein bis eineinhalb Jahren bemerkbar machen, "beim Spendenaufkommen merkt man es dagegen sofort". Langfristige Engagements sieht die IWK-Geschäftsführerin am wenigsten gefährdet, denn je intensiver das Sponsoring in einem Unternehmen verwurzelt sei, desto stärker werde auch der Mehrwert für das Unternehmen erkannt.

Die "Maecenas"-Kategorie Einstieger, für die es 17 Einreichungen gab, gewinnt heuer die Basler Versicherungs-AG für den seit zwei Jahren gemeinsam mit dem MUMOK vergebenen Baloise Kunstpreis. Anerkennungen gehen an die Createam Werbeagentur für das Konzept zur Beschaffung der Restaurierungsgelder für die Glocken des Stifts St. Florian, die Armin Wabnig Steuerberatungs GmbH für die Unterstützung des "Haus des Staunens - Pankratium" im Kärntner Gmünd sowie die Österreichische Volksbanken AG für ihr Sponsorship des Wiener Konzerthauses.

Von der Schlossgärtnerei bis zu Casinos

120 Projekte wurden in der Kategorie Klein- und Mittelbetriebe eingereicht. Der Maecenas-Preis geht hier an die Schlossgärtnerei Wartholz in Reichenau für die Abhaltung des Literatursalons und des Literaturwettbewerbs Wartholz. "Literatur ist für uns ein großer Bestandteil des Betriebskonzepts. Von Anfang an war Literatur bei uns ein Thema", sagte Unternehmer Christian Blazek in seiner Danksagung. Anerkennungen gehen an die Loisium Kellerwelt für das Festival Loisiarte, die Matador Spielwaren GmbH für Finanzierung und Bau des Bühnenbildes für das Kindertheaterprojekt "Don Quijote - Ein Vorspiel" im Dschungel Wien sowie die Firma Holzbau Gasser für ihren "Architekturworkshop domenig - gasser 9x9x9".

Der Preis in der Kategorie Konzept (50 Einreichungen) geht an die Casinos Austria für die bereits 40 Jahre währende Sponsorpartnerschaft mit den Wiener Festwochen. Anerkennungen erhalten der Verbund Österreichische Elektrizitätswirtschaft AG für ihre 2004 ins Leben gerufene Sammlung Verbund sowie die Niederösterreichische Versicherung AG für Unterstützung des Festivals Retz.

Weitere Preise

Der "Maecenas" der Kategorie Kunst und Medien (15 Projekteinreichungen von 13 Unternehmen) geht an die EPAMEDIA Europäische Plakat- und Außenmedien GmbH, die für die Bewerbung des 100-Jahr-Jubiläums des Fundes der Venus von Willendorf durch das Naturhistorische Museum Plakat- und City-Light-Flächen kostenlos zur Verfügung stellte. Anerkennungen erhalten die Bank Austria für die Unterstützung der Ö1 Talentebörse, die Erste Group Bank AG für das grenzüberschreitende, multimedial ausgerichtete Magazin "Report" zum "Kontakt"-Programm für Kunst und Zivilgesellschaft der CEE-Länder sowie das Hotel Le Meridien Wien für seine Video Lounge.

Die Preise sind heuer gewichtig: 9,7 Kilogramm wiegen die in diesem Jahr von Christian Kvasnicka geschaffenen Skulpturen. "Ich werde mich bemühen, dass es heute Abend bei der Überreichung keine Verletzten gibt", kündigte der Künstler an. (APA)

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