Fedora 10: Frisches Linux bringt zahlreiche Neuerungen

25. November 2008, 16:04
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Steht ab sofort zum Download - Startprozess vollkommen neu gestaltet und beschleunigt - Connection Sharing mit dem NetworkManager - Bessere Multimedia-Unterstützung, mehr Sicherheit

Ohne die beinahe schon gewohnte Verzögerung in letzter Sekunde ist man dieses Mal beim Fedora-Projekt ausgekommen: Zeitgerecht wurde nun eine neue Version jener Linux-Variante veröffentlicht, die auch die Basis der Enterprise-Produkte von Red Hat bildet. Mit Fedora 10 bestätigt die Distribution einmal mehr ihren Ruf, ein "Cutting-Edge-Linux" zu sein.

Topaktuell

So haben hier eine ganze Reihe von Neuerungen Einzug gehalten, die man bei der Konkurrenz bislang vergeblich sucht, so wurde etwa der grafische Boot-Prozess praktisch vollkommen neu gestaltet. Der alte RHGB wurde durch Plymouth ersetzt, die richtige Hardware vorausgesetzt, kann dieser die "richtige" Auflösung noch vor dem Start eines X-Servers einstellen.

Mode Setting

Dazu bedient man sich des "Kernel Mode Settings", das eigentlich erst in künftigen Kernel-Versionen Einzug halten soll. Das klassische "Flackern" beim Start des X-Servers entfällt, selbiges gilt auch beim Wechsel zwischen mehreren X-Servern oder auf einen Text-Login.  Zusätzlich wurde der Boot-Prozess beschleunigt, auch wird der Auswahlscreen des Boot-Managers GRUB von Haus aus nicht mehr angezeigt.

Netzwerk

Ein weiteres Highlight ist das "Connection Sharing" des NetworkManagers: Wer etwa mit einem UMTS-Netzwerk verbunden ist, kann diese Internet-Anbindung per WLAN mit anderen teilen. Mit einem eigenen Einstellungsprogrammen, den gnome-lirc-properties, will man die Konfiguration von Fernbedienungen erheblich vereinfachen, der Multimedia-Player kann nun zwischen mehreren Backends wechseln.

Sound

Der Sound-Server Pulseaudio wurde in zentralen Teilen neu geschrieben, Änderungen aus denen nicht nur ein geringerer Stromverbrauch sondern auch weniger Hänger und eine bessere Anpassung an die Leistungsbedürfnisse einzelner Anwendungen resultieren. Ebenfalls einer Generalsanierung hat man das Druckereinstellungstool unterzogen.

Sicherheit

Mit SecTool hält ein neues Security Audit und Intrusion Detection System Einzug, der Paketmanager RPM ist nun in der Version 4.6 enthalten, der ersten größeren Überarbeitung seit Jahren. Diese soll unter anderem die Paketgröße erheblich reduzieren. Das neue Dateisystem ext4 ist zwar weiterhin nur optional, funktioniert aber nun mit den e2fsprogs zur Administration zusammen.

Desktop

Zu all dem kommen eine Fülle von Softwareaktualisierungen, allen voran die Version 2.24 des GNOME-Desktops. Alternativ ist auch der KDE 4.1.2 verfügbar, mit Fedora 10 steht zusätzlich erstmals der LXDE als schlanke Desktop-Umgebung zur Auswahl.

Download

Fedora 10 kann ab sofort in Ausführungen für 32- und 64-Bit x86 sowie PowerPC-Prozessoren heruntergeladen werden. Dabei stehen neben einer vollständigen Install-DVD auch installierbare Live-CDs für GNOME- und KDE-Desktops zur Verfügung.

Einen umfassenden Testbericht von Fedora 10 werden Sie am kommenden Sonntag im WebStandard lesen können. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 25.11.2008)

  • Der Default-Desktop von Fedora 10 mit dem neuen Wallpaper-Theme "Solar"
    screenshot: andreas proschofsky

    Der Default-Desktop von Fedora 10 mit dem neuen Wallpaper-Theme "Solar"

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