Richter verfügt Entfernung von Kreuzen aus spanischer Schule

25. November 2008, 11:40
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Richter argumentiert mit spanischer Verfassung, die den neutralen Charakter des Staates vorschreibe - Beschwerde von Elternpaar Auslöser

Madrid - Erstmals hat in Spanien ein Richter die Entfernung der Kreuze aus den Klassenzimmern einer öffentlichen Schule angeordnet. Der Verwaltungsrichter Alejandro Valentin im nordspanischen Valladolid gab mit seinem Urteil einer bereits im Jahr 2005 eingebrachten Beschwerde eines Elternpaares und der lokalen "Vereinigung für die Verteidigung der laizistischen Schule" Recht. Dabei berief sich der Richter auf die spanische Verfassung, die den neutralen Charakter des Staates vorschreibt, berichtete die Kathpress am Montag.

Staat andern Glaubensrichtungen näher

Valentin erklärte in seinem Urteil, das Vorhandensein von Kreuzen in Schulzimmern könne bei Minderjährigen den Eindruck erwecken, der spanische Staat stehe der katholischen Kirche näher als anderen Glaubensrichtungen. Das müsse aber in der Formungsphase der Minderjährigen vermieden werden.

Der Vatikan reagiert empört auf den Beschluss eines spanischen Richters, der erstmals die Entfernung der Kreuze aus den Klassenzimmern einer öffentlichen Schule angeordnet hat. "Dieses Urteil bezeugt den fortschreitenden Verlust des Respekts für Traditionen und Werte, die Europa sein Fundament gegeben haben", schrieb die vatikanische Nachrichtenagentur SIR.

"Angst, religiöse Dimension zu berücksichtigen"

Das Urteil widerspiegle einer Orientierung, die in Europa immer mehr verbreitet sei: Man wolle die Religion immer mehr in die Privatsphäre zurückdrängen. "Es scheint, als ob Europa Angst habe, die religiöse Dimension zu berücksichtigen", hieß es.

Eine Diskussion über Kruzifixe in Klassenzimmern gab es immer wieder. 2005 hat sich auch Papst Benedikt XVI. in die Diskussion eingeschaltet und sich nachdrücklich für die Aufhängung der Kreuze ausgesprochen. (APA)

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