Feministische Freiräume - Gegen Männerbündelei

25. November 2008, 11:20
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Verschiedenste Verbände und Vereine sind sich einig: Gewalt gegen Frauen ist strukturell verankert

Wien - "Auch wenn in der großen Mehrheit der Fälle, Gewalt Frauen nicht durch Unbekannte widerfährt, sondern von Partnern, Lebensgefährten oder Bekannten ausgeht, ist es an der Zeit, dass Gewalt an Frauen endlich nicht mehr als Privatsache angesehen wird, sondern als gesellschaftliches Problem gegen das wir gemeinsam vorgehen müssen", so Sabine Oberhauser, die Vorsitzende der Frauen im Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) anlässlich der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen.

Jede dritte Frau

Jede dritte Frau wird in ihrem Leben einmal vergewaltigt, geschlagen, zum Sex gezwungen oder auf andere Weise misshandelt. Gewalt gegen Frauen ist also leider noch immer bittere Realität - auch in Österreich. Hierzulande werden immerhin jährlich etwa 300.000 Frauen misshandelt.

"Wir rufen daher zur Zivilcourage auf und sprechen damit jede und jeden an, künftig nicht mehr wegzuschauen, wenn Frauen misshandelt oder belästigt werden, sondern aufzustehen und aktiv dagegen vorzugehen", so Oberhauser, "denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an und muss als gesamtgesellschaftliches Problem von allen öffentlichen VerantwortungsträgerInnen und Organisationen sowie von allen Personen aktiv bekämpft werden - Gewaltprävention und Konfliktmanagement müssen also einen stärkeren Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen", meint Oberhauser weiter.

Frauen zwischen 15 und 44 Jahren

Auch die ÖGB-Frauen melden sich zum Thema Gewalt gegen Frauen zu Wort. "Es kann nicht sein, dass Frauen zwischen 15 und 44 Jahren eher damit rechnen müssen an den Folgen von Gewalteinwirkung zu sterben als an einer Krankheit," so Renate Csörgits, ÖGB-Frauenvorsitzende.

"Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und handeln, bevor es fünf nach zwölf ist", so Csörgits weiter.

Feministische Freiräume

Auch die ÖH Wien möchte am heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf den Kampf für  feministische Freiräume und gegen Männerbünde hinweisen.

Gewalt an Frauen beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen, sie hat System und ist strukturell verankert. Gerade die Universität, die bestehende Ungleichheiten ausgleichen sollte, ist geprägt von männlicher Elitenbildung und Sexismen, heißt es in einer Aussendung der ÖH Wien. Burschenschaften würden ihre Männerbündelei offen zur Schau und radikale Positionen gegen das Recht auf Abtreibung verbreiten. Das Rektorat der Uni Wien bekennt sich zwar zu aktiver Frauenförderung, effektive Taten sind diesem Bekenntnis aber noch keine gefolgt, so die ÖH.

Die ÖH Uni Wien fordert feministische Freiräume für Frauen in der Universität - echte Professorinnen-Stellen statt bloßen Lippenbekenntnissen - keine Duldung von Burschenschaften und sexistischen Männerbünden durch das Rektorat - keine Veranstaltungserlaubnis für radikale AbtreibungsgegnerInnen. (red)

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