EU-Experten empfehlen Ansiedlung von Irak-Flüchtlingen in Europa

25. November 2008, 09:30
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Positive EU-Signale an Nachbarländer Syrien und Jordanien gefordert

Brüssel - Fachleute der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten plädieren für eine Ansiedlung irakischer Flüchtlinge in Europa. Noch immer flüchteten mehr Iraker in die Nachbarländer Syrien und Jordanien als von dort zurückkehrten, schrieb eine EU-Delegation nach ihrer Reise in die Krisenregion in einem Bericht für die EU-Innenminister. "Ein stärkeres Engagement vonseiten der EU-Staaten bei der Ansiedlung könnte ein positives Signal an die Regierungen der Gastländer senden", heißt es in dem Dokument.

Das 18-Seiten-Papier hebt die besonders schwierige Lage der Palästinenser hervor, "die aus dem Irak fliehen mussten und die derzeit in Lagern an der syrisch-irakischen Grenze und in Syrien leben". Sie seien besonders gefährdet, "und ihre Lage erfordert dringendes Handeln", stellten die Fachleute fest. "Für diese Flüchtlinge gibt es keine Alternative zur Ansiedlung" in anderen Ländern, heißt es in dem Bericht der Delegation, zu der auch vier Vertreter deutscher Behörden gehörten.

1,5 Millionen Iraker in Syrien

Die Regierung in Damaskus habe die Zahl der Iraker in Syrien mit mindestens 1,5 Millionen angegeben. Für Jordanien nennt der Bericht die geschätzte Zahl von 450.000 bis 500.000. Die wenigsten Irak-Flüchtlinge könnten in Syrien oder Jordanien bleiben. Zugleich bleibe die Sicherheit in ihrer Heimat die größte Sorge der Iraker. Zugleich hält die EU-Kommission in ihrem Bericht über die Reise der EU-Abordnung fest: "Die Lage einer großen Mehrheit der Irak-Flüchtlinge in der Region verschlechtert sich, weil sich ihre Ersparnisse erschöpfen und sie keine Arbeitserlaubnis haben."

Die Innenminister der 27 EU-Staaten wollen am Donnerstag in Brüssel entscheiden, ob Irak-Flüchtlinge gezielt nach Europa geholt und dort angesiedelt werden sollen. In Deutschland war ursprünglich an eine Ansiedlung christlicher Iraker in Europa gedacht worden. In dem Delegationsbericht heißt es, beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Jordanien seien rund 53.500 Iraker gemeldet, von denen 14,4 Prozent christlichen Glaubens seien. Jeden Monat registriere das UNHCR dort weitere 500 bis 600 Flüchtlinge, von denen die meisten kurz zuvor aus dem Irak gekommen seien. (APA/dpa)

 

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