Wieder Anschlag auf deutsche Militärpatrouille

24. November 2008, 21:22
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Sicherheitslage auch im Raum Kunduz verschlechtert

Berlin - In Afghanistan ist erneut ein Anschlag auf deutsche Bundeswehrsoldaten verübt worden. Die deutsche Patrouille fuhr am Montag etwa 35 Kilometer nordwestlich des Feldlagers in Kunduz in eine "Sprengfalle", wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Deutsche Soldaten seien nicht verletzt worden, über verletzte Zivilisten war zunächst nichts bekannt. Ein Transportpanzer vom Typ Fuchs sei bei dem Anschlag leicht beschädigt worden, hieß es. Die Sicherheitslage im Raum Kunduz ist seit einiger Zeit angespannt. Dort häufen sich in letzter Zeit die Anschläge auf deutsche Soldaten.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verschlechtert. Die Taliban haben zum "Heiligen Krieg" gegen die Fremden im Land und gegen die Kabuler Regierung des Präsidenten Hamid Karzai aufgerufen. Der frühere deutsche Stabschef der NATO-geführten ISAF-Truppe General Bruno Kasdorf hatte erklärt, es bestehe "ganz konkret" die Gefahr, dass die afghanische Bevölkerung zu den Taliban überlaufe. NATO-Oberbefehlshaber John Craddock hat eine Verstärkung der Truppen in Afghanistan gefordert. Zusätzlich zu der von den USA ab Jänner in Afghanistan stationierten Brigade müsse es eine Aufstockung um drei weitere Brigaden, also etwa 10.000 Soldaten, geben, sagte Craddock am Montag am Sitz der Militärallianz in Mons in Belgien.

Craddock begründete seine Forderung mit den Vorstößen der Taliban, die "noch bösartiger, noch schneller sind als im vergangenen Jahr". Der Taliban-"Unterschlupf" in Pakistan müsse "beseitigt" werden, forderte der US-General. Die NATO-geführte ISAF besteht derzeit aus 51.000 Soldaten aus 40 Ländern. Die Truppenstärke stieg innerhalb der vergangenen zwei Jahre um mehr als 70 Prozent. (APA)

 

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