Sachsens Ministerpräsident wehrt sich gegen Vorwürfe aus DDR-Zeit

24. November 2008, 21:21
1 Posting

CDU-Politiker Tillich räumt Nähe von DDR-Blockpartei zu SED-Staat ein

Dresden - Der wegen seiner DDR-Vergangenheit unter Druck geratene sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat Vertuschungs-Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich glaube, meine Biografie war und ist bekannt", sagte der CDU-Politiker am Montag in Dresden vor Journalisten. Zugleich räumte er Verstrickungen in den DDR-Machtapparat ein. Auch die Blockpartei CDU sei "Teil des Systems" gewesen und habe damit "letztendlich den Machtapparat der SED unterstützt".

Thema beim Bundesparteitag

Tillich betonte, die CDU trage dafür eine Verantwortung. Dies werde auch Thema beim bevorstehenden CDU-Bundesparteitag sein. Der Unionspolitiker sagte, er stehe nach wie vor zu seiner Biografie. Aus heutiger Sicht würde er aber nicht mehr einen Posten im DDR-Staatsapparat übernehmen, fügte er hinzu. Tillich war nach eigenen Angaben 1987 aus eigenem Entschluss in die DDR-CDU eingetreten. Vor der Wende stieg er dann bis zum Stellvertreter für Handel und Versorgung beim Rat des Kreises Kamenz auf.

Am Wochenende hatte unter anderem das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, dass Tillich in der damaligen SED-Blockpartei CDU stärker engagiert gewesen sei als bisher bekannt. Kritik kam auch von der Opposition und dem Koalitionspartner SPD. Der SPD-Abgeordnete Karl Nolle warf dem Regierungschef vor, Teile seiner Biografie geschönt zu haben. Tillich hatte sich bislang nur als Angestellter der Kreisverwaltung dargestellt. Er sagte nun, jeder habe auch so sehen können, dass er Teil des Apparates gewesen sei. (APA/AP)

 

Share if you care.