Uruguay: Entkriminalisierung endgültig gescheitert

24. November 2008, 19:54
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Präsidenten-Veto konnte im Kongress nicht überstimmt werden - Regelung sah Legalisierung bis zur 12. Woche vor

Montevideo - In Uruguay ist ein Gesetz zur Entkriminalisierung von Abtreibungen endgültig an der Blockade des Präsidenten gescheitert. Nach Angaben von Abgeordneten kam in beiden Kongresskammern vergangene Woche nicht die erforderliche Dreifünftel-Mehrheit zur Aufhebung eines Präsidenten-Vetos zustande. Das Abgeordnetenhaus hatte dem Gesetzesvorhaben Anfang November zugestimmt. Der an der Spitze einer Mitte-links-Koalition regierende Präsident Tabare Vazquez legte jedoch sein Veto dagegen ein.

Kirche drohte mit Exkommunikation

Das Gesetz hätte Abtreibungen innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen bei Gefahr für das Leben der Mutter, einer Behinderung des Kindes oder einer wirtschaftlichen Notlage erlaubt. VertreterInnen der katholischen Kirche hatten sich gegen das Gesetzesvorhaben ausgesprochen und direkt an Abtreibungen Beteiligten mit Exkommunikation gedroht. Umfragen zufolge billigen 57 Prozent der Uruguayer Schwangerschaftsabbrüche, 42 Prozent lehnen sie ab. (APA/AFP)

 

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    In Montevideo war es am Freitag zu Demonstrationen gegen das von Präsident Tabare Vazquez ausgesprochene Veto gekommen.

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