Mehr als 60 Tote bei Überschwemmungen in Brasilien

25. November 2008, 13:49
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1,5 Millionen Menschen von den Unwettern betroffen - Regen in Santa Catarina hält seit Wochen an

Bei den schwersten Überschwemmungen seit 25 Jahren sind im Süden Brasiliens mehr als 60 Menschen getötet worden. Bisher seien im Bundesstaat Santa Catarina 64 Tote geborgen worden, teilte am Montagabend der Zivilschutz des Landes mit. Mehr als 44.000 Menschen mussten vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Die Behörden rechneten damit, dass noch mehr Menschen ums Leben kamen. In Santa Catarina regnet es seit mehr als 50 Tagen heftig. Fast der gesamte Bundesstaat steht unter Wasser, immer wieder gibt es schwere Erdrutsche.

Der Gouverneur von Santa Catarina, Luiz Henrique da Silveira, hatte am Wochenende den Notstand in dem Bundesstaat ausgerufen und die Nationalregierung sowie die benachbarten Provinzen um Hilfe gebeten. Nach Schätzungen der Behörden sind rund 1,5 Millionen Menschen von den Unwettern und Überschwemmungen betroffen. Silveira sprach von "der schlimmsten Klimatragödie in der Geschichte Catarinas". Er könne nicht sagen, wieviele Menschen verschwunden oder tot seien.

Katastrophenalarm

Allein am Sonntag fiel nach Behördenangaben in der Region soviel Regen wie sonst im ganzen Monat November nicht. Am kritischsten war die Situation nahe dem Fluss Itajaí, dessen Pegel zeitweise bis zu elfeinhalb Meter über den Normalstand stieg. In der nahegelegenen, von Deutschen gegründeten Kolonie Blumenau mit fast 300.000 Einwohnern rief Bürgermeister Joao Paulo Kleinübing am Sonntag Katastrophenalarm aus, um Hilfsmittel für die Bevölkerung freigeben zu können. Auf der Straße zwischen Blumenau und dem Flughafen Navegantes trieben ertrunkene Kühe im Wasser.

In den Schulen im Überschwemmungsgebiet war am Dienstag kein Unterricht möglich. Supermärkte und Bankgebäude standen unter Wasser. Auf manchen Straßen konnten sich die Menschen nur mit Booten fortbewegen. Mindestens acht Gemeinden waren vollständig vom Wasser eingeschlossen, mehr als 160.000 Menschen mussten ohne Strom auskommen. Auch die Trinkwasserversorgung war teilweise unterbrochen. Von Überschwemmungen betroffen waren auch die südlichen Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Espirito Santo. Am Montag ließen die Niederschläge nach, die Pegelstände begannen zu sinken. (APA/AFP)

 

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