Thaci: "Alle vor Gesetz gleich"

24. November 2008, 17:48
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Ministerpräsident warnt vor Politisierung der Festnahme von drei Deutschen

Pristina/Belgrad - Der kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci hat am heutigen Montag vor der Politisierung der Angelegenheit um die drei deutschen Staatsbürger gewarnt, die vergangene Woche unter Verdacht festgenommen worden waren, einen Bombenanschlag auf das Internationale Zivilbüro (ICO), den Sitz des EU-Kosovo-Beauftragten Pieter Feith, in Pristina verübt zu haben. Die kosovarischen Gesetze würden auch für die drei festgenommenen Deutschen gelten, sagte Thaci am Montag.

"Alle sind vor dem Gesetz gleich. Niemand steht darüber. Das Gesetz muss ungeachtet der nationalen Zugehörigkeit voll eingehalten werden. Wir müssen Vertrauen in die Institutionen und die Gerechtigkeit haben", meinte der kosovarische Premier. Thaci lobte gleichzeitig die "glänzenden Beziehungen" zwischen dem Kosovo und Deutschland. Pristina schätze die Rolle hoch, welche Deutschland während des NATO-Bombardements und danach im Laufe des Transitionsprozesses gehabt habe, wie auch die Entscheidung Berlins, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen, unterstrich der Ministerpräsident des Kosovo.

Die drei deutschen Staatsbürger befinden sich seit Samstag in 30-tägiger Untersuchungshaft. Die kosovarische Staatsanwaltschaft wirft ihnen "Terrorismus" und "Verbindungen" zu einem namentlich nicht genannten Nachrichtendienst vor. Ein deutscher Regierungssprecher meinte am Montag, dass es "absurd und abwegig" anzunehmen sei, dass die Bundesrepublik Deutschland in terroristische Anschläge im Ausland verwickelt sein könnte. (APA)

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