Streit mit Scheich: Michael Jackson erzielte Einigung

24. November 2008, 17:34
9 Postings

Nur knapp entging der ehemalige Popstar einem Gerichtstermin und einer Zahlung von sieben Millionen Dollar wegen Vertragsbruchs

London - Im Millionenstreit mit einem Scheich aus Bahrain hat sich US-Popstar Michael Jackson in letzter Minute gütlich geeinigt. Wie seine Sprecherin Celina Aponte mitteilte, war ein Erscheinen Jacksons am Montag vor Gericht in London damit hinfällig. "Gerade, als Herr Jackson sein Flugzeug nach London besteigen wollte, teilte ihm sein Anwaltteam mit, dass eine Grundsatzeinigung erzielt wurde", sagte Aponte. Der bahrainische Prinz Scheich Abdulla bin Hamad el Chalifa hatte Jackson vor dem Londoner High Court wegen Vertragsbruchs auf sieben Millionen Dollar (5,6 Millionen Euro) verklagt. Worin die außergerichtliche Einigung besteht, wurde zunächst nicht bekannt.

Laut El Chalifa handelte es sich bei dem Geld um Vorauszahlungen für die Aufnahme einer CD und für eine Autobiografie. Zudem habe sich Jackson bereit erklärt, eine Musical-Rolle zu übernehmen. Jackson wies die Vorwürfe stets zurück und erklärte, es habe sich bei den Zahlungen um Geschenke des Scheichs gehandelt. Zunächst weigerte sich der 50-Jährige mit Verweis auf seinen schlechten Gesundheitszustand, vor dem High Court in London persönlich zu erscheinen, und bot an, per Video-Konferenz von Los Angeles aus auszusagen. Jacksons Londoner Anwalt Robert Englehart erklärte dann aber am Freitag, die Ärzte hätten grünes Licht für eine Reise nach London gegeben.

Rückzug

Jackson hatte sich nach seinem Freispruch in dem spektakulären Prozess um Kindesmissbrauch 2005 zusammen mit seinen Kindern und seinem Personal vorübergehend nach Bahrain zurückgezogen. Nach Angaben des Anwalts des Scheichs, Bankim Thanki, hatte dieser Jackson finanziell unter die Arme gegriffen und vor allem dessen Prozesskosten in Höhe von 2,2 Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) beglichen. Einen Monat nachdem der Popstar im Mai 2006 Bahrain verlassen hatte, bat er den Prinzen laut Thanki, ihn von seinen Verpflichtungen zu befreien. Sein Mandant fühle sich deshalb "betrogen".

Jacksons Anwalt Englehart sagte hingegen, der Scheich habe sich zwar zweifellos großzügig gezeigt, die Anschuldigungen gegen den Popstar basierten jedoch auf einem "Fehler" und einer "Verzerrung der Realität"; der besagte Vertrag sei nur "ein Stein in einem Haus, das nie gebaut wurde". (APA/AFP)

Share if you care.