Porträt: Michael Spindelegger

24. November 2008, 17:16
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Langjährige Ministerhoffnung erhält nach dem Nationalratspräsidium das Außenressort

Wien - Die langjährige Ministerhoffnung Michael Spindelegger erhält nun endlich sein Außenamt, für das er schon seit ewigen Zeiten gehandelt wurde. Ermöglicht wurde der Karrieresatz des Zweiten Nationalratspräsidenten von Ursula Plassnik, die sich für die EU-Linie der neuen Regierung nicht zur Verfügung stellen wollte.

Spindeleggers Machtbasis ist der ÖAAB, dem er in Niederösterreich seit 1998 vorsteht. Auch seine Karriere startete im Arbeitnehmerbund der Volkspartei. 1989 heuerte der 48-jährige Niederösterreicher dort als Europareferent an. Schon 1991 war er stellvertretender Bundesobmann, ein Jahr später wurde er zum Bundesrat bestimmt, wieder ein Jahr danach in den Nationalrat gewählt.

Spindelegger blieb flexibel. Als Österreich 1995 erstmals Abgeordnete ins Europaparlament entsenden durfte, war der leidenschaftliche EU-Fan wieder mit dabei - allerdings nicht lange. Im Oktober 1996 kehrte er in den Nationalrat zurück und wurde außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Dabei blieb es dann auch eine Zeit, eine ziemlich lange.

Mit Leidenschaft und Korrektheit

Der zweifache Familienvater wurde zwar immer wieder für alle möglichen Posten genannt, fiel dann bei der Entscheidungsfindung aber genauso regelmäßig durch, teils auch freiwillig aus familiären Gründen. 2006 war es dann endlich so weit. Der ÖAAB designierte ihn zum Zweiten Nationalratspräsidenten. Doch selbst das ging fast schief. Maria Fekter startete eine überraschende Gegenkandidatur gegen den offiziellen Bewerber und unterlag nur um eine Stimme.

Das Amt des Zweiten Präsidenten übte Spindelegger dann mit Leidenschaft aus. Seine Vorsitzführung glänzte durch Korrektheit. Nicht viel weiter ging mit ihm in der Geschäftsordnungsreform, was er aber wohl mehr am bremsenden Klubchef Wolfgang Schüssel lag.

Dass der nach außen stets freundlich, immer ein wenig harmlos wirkende Spindelegger auch anders kann, bewies er in Sachen Homo-Partnerschaft am Standesamt, gegen die er während der letzten Monate immer wieder einmal zu Felde zog: "Es ist ja so, dass am Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gerne geheiratet wird - das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren. Ob das so gut ist, sei dahingestellt." Für Aufsehen sorgte Spindelegger auch, als er sich gegen eine höhere Familienbeihilfe aussprach, da davon auch kinderreiche Ausländerfamilien profitieren würden.

Kein Hasardeur

Nunmehr kann sich Spindelegger seiner eigentlichen Leidenschaft, der Außenpolitik widmen. Kontinuität ist zu erwarten, der Niederösterreicher gilt nicht unbedingt als Hasardeur.

Seine berufliche Laufbahn startete der Hobbysportler, geboren am 21. Dezember 1959 in Mödling, als Assistent an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien. Vor seinem Studium absolvierte er den Präsenzdienst als Einjährig-Freiwilliger. Nach dem Gerichtsjahr heuerte der Jurist als Bediensteter des Landes Niederösterreich an.

Spindelegger bezeichnet sich selbst als "bekennenden Christdemokraten und aktiven Arbeitnehmervertreter", dem neben den außenpolitischen Themen "die Fragen der sozialen Gerechtigkeit am Herzen liegen". In seiner Heimat unterstützt er auch das SOS-Kinderdorf Wienerwald.

Spindelegger ist verheiratet mit seiner Frau Margit und Vater von zwei Söhnen - Matthias und Patrick. Als Lebensmotto gibt er an: "Grabe wo du stehst!"

 

 

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