Porträt: Reinhold Lopatka

24. November 2008, 17:13
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Der Steirer wechselt vom Sport-Staatssekretariat an die Seite Prölls

Wien - Marathonläufer Reinhold Lopatka (48) beweist auch am Regierungsparkett Ausdauer und lässt auf seine Jahre im Sport-Staatssekretariat weitere als Finanz-Staatssekretär folgen. Der ehemalige ÖVP-Generalsekretär hatte stets einen langen Atem bewiesen - 2006 war er als Wahlkampfmanager für die Niederlage der ÖVP mitverantwortlich gemacht worden und schaffte es damals als Sport-Staatssekretär dennoch in die Regierung. Mit seinem Wechsel ins Finanz-Staatssekretariat steht der Steirer künftig direkt an der Seite von ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll.

Seinen Aufstieg innerhalb der ÖVP hatte Lopatka er vor allem zwei Erdrutschsiegen zu verdanken, für die er als Wahlkampfmanager verantwortlich zeichnete. In seiner steirischen Heimat katapultierte er im Jahr 2000 Landeshauptfrau Waltraud Klasnic mit einem Stimmenzuwachs von elf Prozentpunkten zur klaren Nummer eins. Und im Jahr 2002 gelang ihm das für schier unmöglich gehaltene, nämlich, auch die Bundes-ÖVP mit einem Plus von 15 Prozentpunkten an die Spitze zu führen. Im Februar 2003 stieg Lopatka dann zum Generalsekretär auf. Einen ersten Misserfolg erlitt er 2004 bei der Bundespräsidentenwahl, als die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner Heinz Fischer unterlag.

Sozial- und Demokratiefragen

Die Nationalratswahl vom Oktober 2006 brachte der ÖVP mit dem Rückfall auf Platz zwei hinter die SPÖ eine von kaum jemanden für möglich gehaltene Niederlage. Trotz leiser innerparteilicher Kritik bewies Lopatka auch hier Ausdauer: Für den gelernten Juristen und Theologen, dem seine politischen Gegner bescheinigen, nicht gerade zimperlich zu sein, bedeutete diese Niederlage keinen Abschied von der politischen Front. Nach dem diesjährigen Urnengang rückt er weiter vor und hat seinen Platz künftig direkt neben Finanzminister Pröll.

Lopatka hat seine Wurzeln im sozialliberalen Flügel der steirischen Volkspartei. Er war Geschäftsführer und Klubobmann der ÖVP im steirischen Landtag. Inhaltliche Schwerpunkte waren Sozial- und Demokratiefragen, parteiintern leitete er organisatorische Reformen ein und stattete jeden Mandatar mit einem Laptop aus.

Der am 27. Jänner 1960 im steirischen Vorau geborene Lopatka ist verheiratet und Vater dreier Söhne - Philipp, Andreas und Lukas. In seiner Freizeit läuft er mit Vorliebe Marathon - schon über 50 Mal hat er die 42,195 Kilometer im Laufschritt bewältigt und das durchaus mit Erfolg: 2001 belegte er beim Mount-Everest Marathon den neunten Platz, 2003 wurde er Parlamentarier-Weltmeister auf der Marathondistanz und 2005 auch im Halbmarathon. (APA)

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