Dubai drosselt Großbauten

24. November 2008, 17:03
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Staatliche Hilfe für islamische Hypobanken

Dubai - Das Emirat Dubai drosselt seine Großbauten und trägt damit der schwindenden Nachfrage nach Luxusimmobilien Rechnung. "Wir kennen das Verhältnis von Angebot und Nachfrage", sagte Mohammed Alabbar, Regierungsvertreter und Vorsitzender von Emaar Properties am Montag. "Wir haben uns entschieden, das Angebot zu verkleinern." Das Mitglied der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat in der Boomphase ehrgeizige Projekte vorangetrieben, unter anderem die Bebauung einer in Fächerform angelegten künstlichen Insel, die auch aus dem Weltall zu sehen ist.

Alabbar wies zugleich Berichte zurück, das Emirat sei auf Hilfe der Zentralregierung in Abu Dhabi angewiesen. "Es gibt keine Gespräche darüber, und wir brauchen diese Hilfe nicht" , betonte er im Fernsehsender Al-Arabija. Alabbar ist auch Mitglied einer staatlichen Kommission, die sich mit den Folgen der Finanzkrise beschäftigt.

In einer politischen Kehrtwende will die Regierung der VAE nun allerdings doch der neu geschaffenen Emirates Development Bank Kapital zur Verfügung stellen. Diese ist derzeit dabei, die angeschlagenen islamischen Hypothekenbanken Amlak und Tamweel zu übernehmen. Zudem wolle die Zentralregierung einen "ansehnlichen Anteil an der Development Bank erwerben" , hieß es in der Finanztageszeitung "Emirates Business" weiter. Die Finanzspritze ist der erste Schritt der Zentralregierung, den unter Druck geratenen Banken Dubais unter die Arme zu greifen.

Luxus statt Öl

Im Gegensatz zum Emirat Abu Dhabi verfügt Dubai kaum über Ölreserven, hat sich aber in den vergangenen Jahren als regionaler Finanzplatz und Zentrum für Luxustourismus positioniert. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.11.2008)

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