"Searaser" nutzt Wellengang in Meeren oder Seen für Stromgewinnung

24. November 2008, 16:24
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Wellen von mindestens 50 Zentimetern Höhe sind die Vorausetzung - Prototyp im Testbetrieb

Dartmouth - Das britische Unternehmen Dartmouth Wave Energy hat mit "Searaser" ein Pumpsystem entwickelt, das neue Möglichkeiten zur Stromgewinnung aus Wasserkraft eröffnet. Das System nutzt die Energie aus dem Wellengang, um Wasser in höhergelegene Reservoirs zu pumpen. Dadurch kann das Wasser in klassischen Speicherkraftwerken genutzt werden, um auf umweltschonende Weise Strom zu erzeugen. Besonders geeignet sei das System nach Angaben seiner Entwickler für hügelige Küstenregionen, wo die Stromgewinnung entsprechend dem Bedarf erfolgen kann - doch sei es nicht auf Meeresküsten beschränkt. "Auch Seen sind geeignet, wenn dort Wogen von mindestens 50 Zentimetern möglich sind", meint Searaser-Erfinder Alvin Smith.

Der unbewegliche untere Teil des Searasers hängt über eine Kette an einem Gewicht am Meeresboden. Über ein Hydraulikgestänge ist er mit einem an der Wasseroberfläche sichtbaren Schwimmer verbunden. Dieser hebt sich mit den Wellenkämmen und senkt sich dank der Schwerkraft in den Wellentälern wieder ab. Das Doppelkolben- und Ventilsystem des Searasers sorgt dabei dafür, dass Searaser bei beiden Bewegungen Wasser pumpt. Schon der aktuelle Prototyp ist in der Lage, Wasser 50 Meter in die Höhe zu pumpen, so die britische Times. Etwas höher muss das Wasser für die praktische Anwendung noch kommen. "Das Reservoir für eine Francis-Turbine sollte möglichst über 70 Meter hoch liegen", sagt Smith; dabei handelt es sich um einen gängigen Turbinentyp für Speicherkraftwerke. Für den Betrieb des Searaser-Pumpsystems wäre dabei weder ein Stromüberschuss noch die Verwendung von Generatoren mit fossilen Brennstoffen erforderlich. Das Kraftwerk wiederum könnte Strom genau dann liefern, wenn er wirklich benötigt wird. Laut Smith und seinem Kollegen Geoff White wäre eine Pumpe dabei in der Lage, die Stromversorgung für 470 Haushalte zu sichern.

Abgesehen vom Betrieb von Pumpspeicherkraftwerken an den Küsten von Meeren oder großen Seen sieht Smith noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Ist kein hochgelegenes Reservoir verfügbar, wäre zwar keine bedarfsorientierte Stromerzeugung möglich. Das gepumpte Wasser könnte aber unter entsprechendem Druck direkt auf Turbinen geleitet werden. "Es wäre auch denkbar, Generatoren auf großen Schiffen zu versorgen", meint Smith. An der Küste von Süßwasserseen ortet er die Chance, das gepumpte Wasser gleichzeitig auch für die Bewässerung oder zur Trinkwasserversorgung zu nutzen. Bis das Searaser tatsächlich kommerziell genutzt wird, dürfte es noch etwas dauern, denn noch wird am System gefeilt. "Der funktionsfähige Searaser-Prototyp wird derzeit überholt. Nach Weihnachten werden die Tests in Dartmouth fortgesetzt", sagt Smith. (pte/red)

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