Porträt: Gabriele Heinisch-Hosek

24. November 2008, 15:49
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Ab 1999 im Nationalrat, seit heuer Landesrätin in Niederösterreich

Wien - Im dritten Anlauf hat es für Gabriele Heinisch-Hosek (47) geklappt. Die Niederösterreicherin wird Frauenministerin, eine Rolle, für die sie schon bei der letzten Regierungsbildung sowie bei der Rückkehr von Doris Bures in die Bundesgeschäftsführung im Gespräch war. Den bisherigen Karriere-Höhepunkt erreichte Heinisch-Hosek freilich nun nicht unter ihrem eigentlichen Förderer und näheren Landsmann Alfred Gusenbauer, sondern unter dem Wiener Werner Faymann, der die in absoluten Zahlen noch immer starke niederösterreichische SPÖ bei der Postenverteilung nicht auslassen konnte.

Mit Heinisch-Hosek könnte dem neuen Kanzler eine gute Wahl gelungen sein. Die ausgebildete Lehrerin gilt als engagiert und umgänglich. Einschlägige Erfahrung in der Frauenpolitik kann sie durch ihre frühere Rolle als Frauensprecherin des SPÖ-Nationalratsklub vorweisen. Nicht leicht wird es wohl, sich rasch in den Beamtenbereich einzuarbeiten, lauert doch der Öffentliche Dienst gerade auf ein schönes neues Gehaltsschema und ein kräftiges Einkommensplus.

Mittlerweile verfügt die 47-Jährige - geboren am 16. Dezember 1961 - allerdings auch über ein wenig Regierungserfahrung. Seit April dieses Jahres dient sie in Niederösterreich als Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Jugendwohlfahrt.

Langsam hochgearbeitet

Heinisch-Hosek hat sich in der Partei langsam hochgearbeitet. Die Haupt- und Sonderschullehrerin begann ihr politisches Engagement in ihrer Heimatgemeinde Guntramsdorf, wo sie 1990 in den Gemeinderat einzog. Kontakt zur Sozialdemokratie hatte sich schon davor bei den Kinderfreunden ergeben, wo sie ab ihrem 16. Lebensjahr Gruppen betreut hatte. Hauptberuflich arbeitete sie in den 90ern als Pädagogin an der Wiener Schwerhörigenschule.

Politisch so richtig los ging es 1999, wo Heinisch-Hosek den Sprung in den Nationalrat schaffte. Dabei war sie eine jener Mandatarinnen, die quasi von Regierungszeiten unbelastet recht schnell auch in der Oppositionsrolle Tritt fanden. Bis 2004 engagierte sie sich als Kinder- und Jugendsprecherin, danach als Frauensprecherin. Die Wahlschlappe der SPÖ bei der niederösterreichischen Landtagswahl war für Heinisch-Hosek ein Karriere-Trampolin. Der neue Parteichef Josef Leitner tauschte das gesamte rote Regierungsteam aus und Heinisch-Hosek stieg zur Gesundheits- und Soziallandesrätin auf.

Dass es jetzt nach so kurzer Zeit wieder eine Stufe nach oben geht, überrascht nicht wirklich. Schon als Doris Bures ihr Amt niederlegte, um die Parteizentrale nach der Ära von Josef Kalina und Reinhard Winterauer wieder auf Vordermann zu bringen, war Heinisch-Hosek Kandidatin Nummer eins und dementierte nur halbherzig: "Ich bin hier (in Niederösterreich, Anm.), um mich zu etablieren. Das ist der Status quo." Nun scheint sie etabliert genug zu sein. (APA)

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