Porträt: Alois Stöger

24. November 2008 15:39

Ein Metall-Gewerkschafter soll das österreichische Gesundheitssystem umkrempeln

Wien - Ein Metall-Gewerkschafter soll das österreichische Gesundheitssystem umkrempeln. Was auf den ersten Blick eher absurd klingt, ist es auf den zweiten Blick schon weniger. Denn der neue Gesundheitsminister Alois Stöger (48) stand in den letzten drei Jahren der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse vor, und die ist ein absoluter Vorzeigeträger der Sozialversicherung. Freilich wird es auch für Stöger nicht leicht, umso mehr als der Bund im komplexen Gesundheitskompetenzdschungel nicht gerade viel zu sagen hat.

Das letzte Mal fiel der neue Gesundheitsminister bundesweit auf, als er sich aufmachte, die jüngste Gesundheitsreform zu Fall zu bringen. Gegen die Linie der Gewerkschaft setzte er sich mit den Ärzten zusammen, um das von ÖGB und Wirtschaftskammer erarbeitete Konzept zu Fall zu bringen: "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um diese Reform noch zu verhindern. Da wird ein bewährtes System vorsätzlich zerstört", wetterte Stöger im Frühling.

Aus der Reform wurde dann nichts, weil man sich im Parlament zerkrachte. Nun kann Stöger zeigen, wie man es besser machen könnte. Er selbst verfügt über ein wohl geordnetes Haus. Unter seinem fast legendären Vorgänger Helmut Oberchristl hatte sich die OÖGKK zu einer Paradekasse entwickelt, die entgegen dem Trend seit Jahren fast durchgehend schwarze Zahlen schreibt. Freilich muss sie sich auch Kritik gefallen lassen, bei der Vergabe von Kassenstellen äußerst restriktiv zu sein, was bei den Fachärzten dann schon einmal zu beachtlichen Wartezeiten führen kann.

Klassischer Gewerkschafter

Auch wenn Stöger seinen Regierungsposten nicht dem ÖGB, sondern der oberösterreichischen SPÖ verdankt, ist er doch ein klassischer Gewerkschafter. Geboren als Sohn eines Totengräbers in Allerheiligen, heuerte der Mühlviertler bei der Voest an, wo er eine Lehre als Werkzeugmacher und Dreher abschloss. Schon damals reizte ihn die Aufgabe des Arbeitnehmer-Vertreters. Er wurde zum Jugendvertrauensmann.

Stufe um Stufe ging es in der Gewerkschaftshierarchie aufwärts. Fast 20 Jahre lang war Stöger Bezirkssekretär der Metallergewerkschaft in Linz. Nebenbei engagierte er sich in der oberösterreichischen Unfallversicherung (AUVA) sowie in der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaus. Ein anderes politisches Standbein schuf sich Stöger als Gemeinderat in seiner Wohngemeinde Gallneukirchen. Stöger, der von seiner Frau geschieden ist, zog dort auch seine Tochter auf. Er selbst war übrigens einziger Sohn seiner Eltern und wuchs gleich neben vier Schwestern auf.

Neben dem politischen Engagement tat Stöger auch einiges für seine Fortbildung: "Meine Laufbahn ist geprägt von Bildung", sagt Stöger und kann dafür auch einige Belege vorweisen. Er hat nicht nur die Sozialakademie der Arbeiterkammer Wien, sondern auch die Europäische Sozialakademie und die Supervisionsausbildung des Bundesinstitutes für Erwachsenenbildung mit Erfolg absolviert. An der MarBloch-Universität Strassburg schloss er das Fernstudium der "Sozialen Praxis" ab. Den eher unbekannten Titel "diplome" trägt er stolz auf seinen Visitkarten.

Privat gilt seine Leidenschaft dem Erklimmen von Bergen. Bleibt dafür keine Zeit, widmet sich Stöger dem Joggen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 43
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Neoliberaler Gutmensch
25.11.2008 12:01
So so ...

... ein Schlosser
... ein Gewerkschafter
... ein Reformverhinderer aus Leidenschaft
... ein g´standener Sozi halt

als neuer Gesundheitsminister. Bis der sich auskennt, sind die 5 Jahre vorbei.

Schorsch _At
04.12.2008 15:32

Ich denke eher die Wiener Gebietskrankenkasse kann sich schon mal warm anziehen.
Wenn der das so macht wie in OÖ dann könnte sich ja wirklich mal was bewegen.

alabere
08.12.2008 18:20
Die ist und war immer warm angezogen

Ist ja auch kein Wunder, wenn man von Beiträgen lebt.

erwin meier
26.11.2008 02:09
haben sie den artikel fertig gelesen?

Denn der neue Gesundheitsminister Alois Stöger (48) stand in den letzten drei Jahren der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse vor, und die ist ein absoluter Vorzeigeträger der Sozialversicherung.

krendl
25.11.2008 12:31
Und Sie werden über Ihre Betonmauer nie drüber schauen.

rs55ef
25.11.2008 11:24
Gratulation an einen "DHEPS"ianer

Hallo Alois!
Gratuliere dir auf diesem Weg zu deinem neuen Job.
Ein anderer "DHEPS"ianer der Uni Straßburg.

quereinsteiger2
25.11.2008 15:03
Darf ich ergänzend klarstellen, daß Alois Stöger




"DHEPS" steht für das Diplome de Hautes Etudes des Practique Soziale

quereinsteiger2
25.11.2008 15:07
Da hat der Computer einiges verschluckt...

mit dem in Rede stehenden Diplom wird das Studium der sozialen Praxis an der Marc Bloch Universität Straßburg abgeschlossen.

molekühl
25.11.2008 09:34

Der "Computerführerschein", der gewonnene Volksbank-Malwettbewerb von 1967 ("Meine Laufbahn ist geprägt von den schönen Künsten") und der erfolgreich absolvierte AMS-Kurs "Wie bewerbe ich mich richtig" fehlen noch auf der Visitenkarte. Na ja, wär' vielleicht zu unhandlich geworden.
...ok, ich bin heute etwas zynisch.

Peter Hammer 06
25.11.2008 10:50
Schaun' Sie, Stöger kann doch nicht ....

...Ihre Visitkarte kopieren. Wo kumm' ma do hin.

Kleiner Leut
25.11.2008 09:25
die partei is ollas, ohne partei bist nix

Peter Hammer 06
25.11.2008 10:12
A Hirn is ollas, ohne Hirn bist nix.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
25.11.2008 09:13
Möchte nur wissen, wer dieser "sehr prominente Wiener Herzchirurg" ist,

der kontrafaktisch gestern über irgend einen Dillo im Radio ausrichten ließ, in OÖ wäre die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben 30 % höher als in Wien...

Ein Ar....?

alabere
08.12.2008 17:19

Der war halt angesoffen.

MiFi
24.11.2008 20:39
Halbakademiker - passt zum nicht akademischen Chefe

happy hour
24.11.2008 20:06
"Meine Laufbahn ist geprägt von Bildung"

Das kann nicht jeder der SPÖ von sich behauptenund Beweisen!

Hut ab, seltenes Exemplar!

Dr. Lari and Mr. Fari
 
25.11.2008 09:08
er pflegte bislang einen rundum vernünftigen Eindruck zu machen.

Dante Alighieri
24.11.2008 19:17

Bleibt zu hoffen dass sich Stöger gegen die ÖÄK-Mafia behaupten wird können. Die Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt hätten es dringend not.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
25.11.2008 09:09
Das Verhältnis zwischen OÖGKK und OÖÄK ist recht gut.

Würde an Deiner Stelle pcto. Verbrecherorganisationvorwürfen eher halblang machen.
Auch DU braucht amal an Arzt. Und dann wirst Du doch drauf hoffen, nicht einem Verbrecher in die Hände zu fallen?

alabere
08.12.2008 17:17
Apropos halblang.

Ist Dir der Doppelsinn Deiner Warnung bewusst?
Merkst Du nicht, dass Du ihm damit recht gibst.

M.R.M.
24.11.2008 18:48
help

ich steh auf der leitung:
Er selbst war einziger Sohn seiner Eltern und wuchs gleich neben vier Schwestern auf.

wie stell ich mir das jetzt vor?

Orkan Kyrill
25.11.2008 13:28
gestern stand da noch

da waren vier Schwestern und jede hatte einen Bruder ...

Sakrahaxn, wer soll sich da auskennen ?

Dr. Lari and Mr. Fari
 
25.11.2008 09:10
Schau, das war so:

Deren einziger Sohn war ein Kind.

schwitzende Lippe
24.11.2008 18:57
ist das so schwer zu verstehen? Also: der Nachbar hat vier Töchter - also vier Schwestern!

herzlichst,
Ihr Team vom Onkel Hans

barbarutta
24.11.2008 18:57

einziger sohn und vier schwestern, was gibt es da nicht zu verstehen?

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