NATO-Militärs prüfen künftiges Vorgehen gegen Piraten

24. November 2008, 15:12
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"Man stoppt die Piraten nicht auf hoher See, man stoppt sie an Land" - Moskau plant ständige Präsenz im Golf von Aden

Mons/Moskau - Die NATO prüft ein auf lange Sicht angelegtes Vorgehen gegen Piraten. "Ich bin beauftragt, die längerfristigen Möglichkeiten der Beteiligung der NATO an der Bekämpfung der Piraterie zu prüfen", sagte der Oberkommandeur, US-General Bantz J. Craddock, am Montag vor Journalisten in Mons (Belgien). "Die Frage ist, wo Piraterie noch auftauchen könnte und was wir als NATO tun könnten, wenn wir darum gebeten würden."

Die Arbeiten zur Übergabe des laufenden Anti-Piraten-Einsatzes von vier NATO-Kriegsschiffen vor der Küste Somalias an die Europäische Union seien in vollem Gange, sagte Craddock. NATO-Schiffe hätten am Montag sechs Frachter des Welternährungsprogramms (WFP) in den Hafen von Mogadischu eskortiert. Ab Dezember werde dafür die EU zuständig sein. Unabhängig davon prüfe die NATO jedoch ihr längerfristiges Vorgehen. Über die Art seiner Überlegungen wollte Craddock noch nichts sagen. Er werde den NATO-Außenministern Anfang Dezember in Brüssel berichten.

"Wir haben kein Mandat"

"Man stoppt die Piraten nicht auf hoher See, man stoppt sie an Land", sagte der General. Derzeit könne die NATO Schiffe vor der Küste begleiten und die Kaperung eines Frachtschiffes verhindern, sofern sie in der Nähe sei. "Aber wir haben kein Mandat, um diese Leute zu suchen und zu finden." Er sehe die Piraterie am Horn von Afrika nicht als Terrorakte, hinter denen Verantwortliche des zerfallenen somalischen Staates stünden. "Das ist nicht staatlich gefördert. Hier geht es um Kriminelle, die Schiffe kapern und damit sehr viel Geld machen wollen."

Russische Kriegsschiffe sollen in Zukunft im Golf von Aden ständig gegen Piraten vorgehen. Ihre Aufgabe sei es, russische Handelsschiffe in den Gewässern vor der somalischen Küste vor Überfällen zu schützen, sagte ein Marinesprecher am Montag. Auch eine Entsendung von Flottillen werde erwogen. Russland schickte im Oktober die Fregatte "Neustraschimi" in die Region, nachdem dort ein mit Panzern beladener ukrainischer Frachter gekapert worden war. (APA/dpa/AP)

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