DFB ermittelt nach Akku-Wurf

24. November 2008, 14:44
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Ungemach für den Hamburger SV - Nach Attacke eines Zuschauers auf Werder-Kapitän Baumann tagt der Kontrollausschuss des DFB

Hamburg - Dem deutschen Bundesligisten Hamburger SV droht Ungemach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Nach einem Akku-Wurf ermittelt der DFB gegen den HSV. Ein Hamburger Zuschauer hatte am Sonntag mit seiner Attacke auf Werders Kapitän Frank Baumann die gewaltfreie Atmosphäre im Nordderby zerstört. Der Kontrollausschuss des DFB nahm deshalb am Montag die Ermittlungen nach dem Wurf eines Handy-Akkus gegen die Schläfe von Baumann auf und forderte den HSV zu einer schnellen Stellungnahme auf.

"Egal ob Flaschen oder Feuerzeuge geworfen werden oder aber auch Fans, die mit Laserpointern das Spiel stören wollen, solche Zuschauer haben im Stadion nichts verloren. Aber damit wird sich der DFB befassen", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs nach der 1:2-Niederlage, die ÖFB-Legionär Sebastian Prödl nur von der Bank aus mitverfolgt hatte. Man könne dem HSV keinen Vorwurf machen.

Die Hamburger begannen mit der Suche nach dem Schuldigen und wollten den Vorfall nicht herunterspielen. "Wir werden alles tun, um denjenigen ausfindig zu machen, der das getan hat", sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf am Montag. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer entschuldigte sich sofort nach Spielende. "So etwas darf nicht passieren", mahnte er wie schon einige Male zuvor, bei denen unbelehrbare Fußball-Anhänger für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatten. Zu allem Überfluss höhnte es von der Tribüne: "Selber schuld!"

Baumann selbst spielte zwar mit einer geschwollenen Augenbraue weiter, war aber geschockt. "Es hat geblutet und geschmerzt, aber ich wollte unbedingt weiterspielen", sagte der 33-Jährige, der beim Jubel nach Diegos Ausgleichstor getroffen worden und anschließend zusammengesackt war. "Solche Leute gehören nicht ins Stadion, das sind Vollidioten", sprach Werder-Coach Thomas Schaaf Klartext. (APA/dpa)

 

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