"Heiles Familienbild" bewirkt Verleugnung

24. November 2008, 15:01
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Katholische Frauenbewegung fordert wachsames Einschreiten bei häuslicher Gewalt - Frauenorganisation unterstützt Frauenhäuser im In- und Ausland

Wien - Die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) hat dazu aufgerufen, häusliche Gewalt nicht mehr länger zu tabuisieren. Anlässlich des Starts der internationalen Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" am Dienstag, 25. November, appellierte die kfbö vor allem an ihre rund 200.000 Mitglieder, Gewalt in der Familie nicht zu verschweigen, sondern vielmehr die Frauen-Helpline (Tel.: 0800 222 555) und Beratungsstellen zu nützen. Gleichzeitig forderte die kfbö mehr Bewusstseinsarbeit zu dieser Problematik in den Pfarren: Sensible, verständnisvolle Seelsorger sowie mutige Laien sollten das Schweigen zu diesem Thema brechen.

"Friedvolle Familie"

Obwohl sich die kfbö seit Jahren im Rahmen ihrer Bildungsarbeit bemüht, häusliche Gewalt zu thematisieren, werde das "heile Bild von der friedvollen, christlichen Familie" leider noch immer von vielen Opfern unter Verleugnung der Realität aufrecht erhalten, kritisierte kfbö-Vorsitzende Margit Hauft in einer Presseaussendung. Deshalb werde man nicht müde, immer wieder an die Frauen zu appellieren, ihr Schweigen zu brechen. Die Spirale der Gewalt könne sonst nicht durchbrochen werden.

Unterstützung für Frauenhäuser

Die kfbö hat nicht nur im Inland Frauenhäuser und Beratungsstellen für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch gegründet. Gemeinsam mit den Leserinnen der Zeitschrift "Welt der Frau" finanzierte sie den Aufbau eines Frauenhauses in Mostar und bemüht sich derzeit um die Schaffung von Auffangwohnungen für gewaltbedrohte Frauen im Kosovo. Mit Mitteln aus der kfbö-Aktion "Familienfasttag" werden Projektpartnerinnen in Asien und Lateinamerika bei deren Kampf gegen häusliche Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigung unterstützt, indem ihnen Rechtsbeistand, medizinische und psychologische Hilfe ermöglicht wird. (red)

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