Porträt: Niki Berlakovich

24. November 2008, 14:32
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Burgenlands Agrarlandesrat wird Landwirtschaftsminister - Als Polit-Routinier mit rot-schwarzen Regierungskonstellationen vertraut

Eisenstadt - Mit dem Burgenländer Nikolaus Berlakovich holt ÖVP-Chef Josef Pröll einen Landespolitiker in sein Team, der in der politischen Auseinandersetzung bereits gezeigt hat, dass er die feine Klinge ebenso wie die scharfe Zunge beherrscht. Der 47-Jährige Polit-Routinier ist seit 1991 im Landtag, wo er ab 2002 die Funktion des VP-Klubchefs ausübte. Seit 2005 ist er Agrar- und Umweltlandesrates, also jene Bereiche, für die er jetzt auch in der Bundesregierung verantwortlich sein wird. Auch die Grundzüge der Arbeitsweise einer Großen Koalition sollten ihm durchaus vertraut sein: Im Burgenland regieren SPÖ und ÖVP aufgrund des Proporzsystems gemeinsam.

Umweltgerechte Landwirtschaft als Ziel

Berlakovich wurde am 4. Juni 1961 in Eisenstadt geboren und lebt im mittelburgenländischen Nebersdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Großwarasdorf. Er ist mit einer Ärztin verheiratet und hat einen Sohn (Nikolaus, 17) und eine Tochter (Isabella-Maria, 15). Nach der Matura, die er 1979 am Gymnasium Oberpullendorf ablegte, studierte er an der Universität für Bodenkultur in Wien bis zur Sponsion im Jahr 1985 Landwirtschaft und Pflanzenproduktion. Als seine Ziele nennt er eine "umweltgerechte, bäuerliche Landwirtschaft statt schrankenloser Liberalisierung". Außerdem will er "heimische, erneuerbare Energie statt importierter, klimaschädlicher Fossilenergie", eine "intakte Umwelt statt Naturzerstörung" sowie ein "lebenswertes Land statt verlassener Dörfer".

Politische Funktionen übte Berlakovich zunächst ab 1987 als Gemeinderat und Vizebürgermeister in Großwarasdorf aus. 1991 kam er in den Landtag, wo der Burgenlandkroate unter anderem die Funktionen des Agrar- und Volksgruppensprechers der ÖVP sowie des Vorsitzenden im Europa-Ausschuss des Landtages ausübte. Im März 1998 übernahm er die Agenden des VP-Landesgeschäftsführers. Nach der Landtagswahl vom Dezember 2000 und dem Rücktritt von ÖVP-Chef Gerhard Jellasitz legte auch Berlakovich seine Funktion zurück, um den Weg für eine neue VP-Führungsmannschaft zu ebnen.

Aus dem Bauernbund

Dieser sollte er jedoch bald wieder angehören: Im Dezember 2002 wurde er von Landesparteivorstand und Landtagsklub zum Nachfolger von Franz Glaser als Klubobmann gewählt. Nach dem Rücktritt von Langzeit-Agrarlandesrat Paul Rittsteuer holte VP-Chef Franz Steindl Berlakovich im Mai 2005 in die Landesregierung. Neben seiner Ressortverantwortlichkeit als Agrarreferent ist Berlakovich unter anderem auch für Natur- und Tierschutz, das Jagdwesen sowie die Wasser- und Abfallwirtschaft zuständig.

Innerhalb des VP-Bündesystems ist Berlakovich im Bauernbund beheimatet. Nachdem er bereits Funktionen auf Bezirks- und Landesebene innehatte, wurde er 2006 mit 100 Prozent der Stimmen zum Landesobmann gewählt. (APA)

 

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