Bundestheater brauchen bis 2011 20 Mio. Euro mehr

24. November 2008, 14:06
posten

Holdingchef Springer äußert "große Befriedigung" über "starke Formulierung" zur Erhöhung der Basisabgeltung - Antikorruptionsbestimmungen als Knackpunkt für Sponsoring

Wien - Der Chef der Bundestheater-Holding, Georg Springer, äußert "große Befriedigung" darüber, dass laut Koalitionsabkommen eine "Erhöhung der Basisabgeltung" für die Bundestheater "vorgesehen" ist. "Das ist eine starke Formulierung", so Springer, auch angesichts des Budgetvorbehaltes, mit dem diese Erhöhung "entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Häuser" gekennzeichnet ist. Wie dieser finanzielle Mehrbedarf der einzelnen Häuser (Burgtheater sowie Staats- und Volksoper) im Einzelnen aussieht, wollte Springer nicht vorwegnehmen. Insgesamt gebe es in den Bundestheatern bis 2011 einen finanziellen Gesamt-Zusatzbedarf von knapp über 20 Mio. Euro, sagte Springer.

Plausibilitätsprüfung

Die entsprechenden Zahlen zu den einzelnen Bundestheatern habe Unterrichtsministerin Claudia Schmied aus einer aktuellen Plausibilitätsprüfung vorliegen, die ihr als Argumentationsbasis für die Budgetverhandlungen dienen sollen und "zu recht nicht öffentlich" sind, so Springer. Dass diese "sehr arbeitsintensive" Überprüfung nun Nutzen finde, sei "äußerst erfreulich".

"Ganz, ganz, ganz wichtig" wäre für Springer eine auf die Bedürfnisse der Kulturinstitutionen abzielende Überarbeitung des Korruptionsstrafrechts, die auch im Justizkapitel des Koalitionsabkommens als "Adaptierung der Korruptionsbestimmungen des StGB, insbes. Neugestaltung der Geschenkannahme gemäß § 304 Abs. 2 StGB" angekündigt wird. Denn im Bereich des Sponsoring "braucht es keine steuerlichen Regelungen", so Springer. Sondern es müsse "endlich Vernunft einkehren bei den Antikorruptionsbestimmungen. Es fallen uns Sponsoren weg, die sagen, sie lassen sich nicht kriminalisieren", so Springer zu den negativen Auswirkungen der derzeitigen Regelung.

"Erschließung neuer Besuchergruppen"

"Konkreter als das letzte" sei das neue Koalitionsabkommen, hob Springer hervor. "Ausdrücklich bedauert" wird vom Holdingchef, dass bei den Bundesmuseen die Vorhaben für Kinder und Jugendliche wesentlich ausführlicher und deutlicher formuliert seien als im Absatz zu den Bundestheatern. "Da macht mich der Vergleich traurig, das hätte ich gern auch in Zusammenhang mit den Bundestheatern, nicht nur schwammige Formulierungen" sowie das "älteste" aller in den Regierungsvorhaben zu findende Vorhaben, das der "Erschließung neuer Besuchergruppen".

Dass die Bundestheater erneut, diesmal in organisatorischer und struktureller Hinsicht, evaluiert werden sollen, dem sieht Springer "gefasstest entgegen - wir haben eine derartige Routine im Überprüftwerden". Die voraussichtliche Wieder-Ernennung Schmieds zur zuständigen Ministerin sei "aus Sicht der Bundestheater ausdrücklich zu begrüßen". (APA)

 

Share if you care.