Reuters kehrt Second Life den Rücken

24. November 2008, 13:58
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Man müsse man sich von der Idee verabschieden, dass Second Life eine Business-Applikation sei

Die Nachrichtenagentur Reuters verabschiedet sich von Second Life http://www.secondlife.com. Bislang hatte Reuters einen eigenen Redakteur für die virtuelle Welt beschäftigt, der laufend über aktuelle Geschehnisse in SL berichtete. Nun kehrt Eric Krangel, so der SL-Name des Reporters, der Online-Welt den Rücken und untermauert damit die Gewissheit, dass der Medienhype um Second Life endgültig vorbei ist. Die virtuelle Welt muss zwar nicht um ihren Fortbestand fürchten, doch vor allem die geschäftliche Nutzung von SL scheint sich letztlich nicht erfolgreich durchzusetzen, berichtet der Guardian in seinem Technologie-Blog. Laut dem Reuters-Redakteur, dessen realer Name unbekannt ist, müsse man sich von der Idee verabschieden, dass Second Life eine Business-Applikation sei.

"Nicht für Geschäfte"

Krangel kritisiert die Vielzahl an technischen Problemen, die ihm bei seiner Arbeit in SL untergekommen sind und sagt: "Second Life ist als Spielplatz tolerabel, aber Unternehmen sollten es nicht und werden es nicht für ihre Geschäfte nutzen." Second Life solle sich auf seine Kernmission beschränken und Hobby-User bei der Stange halten sowie die Hardcore-Nutzergemeinde ausbauen. "Obgleich Reuters immer sehr schnell über Neuigkeiten rund um Linden Lab, die Second Life Entwicklung und Markenauftritte in Second Life berichtet hat, so war es nie ein Medium, das direkt den Bezug zum SL-User gesucht hat", sagt Silvio Remus vom deutschen Second-Life-Portal SLinside. Reuters hätte nach Meinung von Remus vielleicht mehr über Projekte, Events und Entwicklungen aus der Community selbst berichten sollen. "Denn einige Markenartikler haben ebenfalls festgestellt, dass sich Kampagnen nicht einfach eins zu eins in SL umsetzen lassen", ergänzt der Second-Life-Kenner.

Nicht im Rampenlicht der Medien

Second Life wird natürlich auch ohne Reuters weiterhin in dem Medien auftauchen. Dafür sorgen allein schon Geschichten wie jene über eine Britin, die sich aufgrund einer virtuellen Seitensprungs ihre Mannes von ihm scheiden ließ. Allerdings fehlt es der virtuellen Welt inzwischen deutlich an dem Glamour und der Aufregung, von der Second Life zu Beginn umgeben war. Die Nutzer - vorwiegend die privaten - kommen trotzdem in die virtuelle Welt, die mittlerweile eben nicht mehr derart im Rampenlicht der Medien steht. "Im dritten Quartal diese Jahres ist Second Life weiter gewachsen. Die Zahl der Stunden, die die Nutzer in SL verbrachten, stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent", erklärt Remus. (pte)

 

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