Kinder als "vergessene Opfer" der Gewalt

24. November 2008, 13:55
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Jährlich werden über 1.500 Kinder in den autonomen Frauenhäusern betreut - Gegen verpflichtendes Besuchsrecht

Wien - Werden Frauen Opfer von Gewalt, sind laut Studien in 70 Prozent der Fällen auch die Kinder betroffen. Bei der Betreuen der betroffenen Mädchen und Buben gebe es allerdings Mängel, kritisierten die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November am Montag in einer Aussendung. Als "vergessene Opfer" wurden im vergangenen Jahr 1.549 Kinder in den AÖF-Einrichtungen betreut.

Kritik an striktem Besuchsrecht

Besuchsrechtsregelungen, bei denen Minderjährige verpflichtet würden, den gewalttätigen Vater zu sehen, seien keine geeigneten Mittel zum Kinderschutz, so der Appell der AÖF. Eine eigene Institution, in denen Kinder zum Schutz vor Gewalt untergebracht werden könnten, würde in Österreich gänzlich fehlen. Um Mädchen und Buben vor aggressiven Angehörigen zu schützen, sollten Jugendämter zudem häufiger auf das Instrument der einstweiligen Verfügung zurückgreifen.

Wichtige Verbesserungen der Kinderrechte sehe das Gewaltschutzpaket vor, das bereits vom Ministerrat, aber noch nicht vom Parlament angenommen worden sei, forderten die Frauenhäuser eine ehest mögliche Umsetzung. Bei den AÖF würden sich eigene weibliche Bezugspersonen um minderjährige Opfer und eine Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen kümmern. Das Budget reiche für eine entsprechende Betreuung allerdings nicht immer aus.

Im Rahmen der AÖF-Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" finden ab Dienstag neben Seminaren für Pädagogen und Eltern, in Wien und Salzburg auch Workshops für Kinder statt.  (APA)

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