Erhebliche Lawinengefahr auf Österreichs Bergen

24. November 2008, 13:52
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Neuschnee und stürmische Winde als gefährliche Mischung - Warnung an Tourengeher - Bereits einige Abgänge beobachtet

Wien - Der plötzliche Wintereinbruch Ende vergangener Woche hat vor allem Österreichs Bergregionen unerwartet große Mengen an Neuschnee beschert, über die seit Tagen stürmische Winde pfeifen. Diese Mischung hat in einigen Teilen der Alpen erhebliche Lawinengefahr ausgelöst. Besonders betroffen sind die Gipfel und Hänge der Obersteiermark. Aber auch im restlichen Bundesgebiet werden Tourengeher nachdrücklich vor Schneebrettern gewarnt.

Neuschnee im Salzkammergut

Bis zu 1,50 Meter Neuschnee sind etwa im Salzkammergut - etwa auf der Tauplitz, am Loser, am Grimming sowie in den Eisenerzer Alpen - gefallen. Zusammen mit dem stürmischen Wind haben sich "Schollen" gebildet, die auf dem Pulverschnee leicht abgehen können, warnte die ZAMG am Montag. "Achtung, Schneebretter können derzeit bereits von einzelnen Tourengehern ausgelöst werden", so Lawinenexperte Alexander Podesser von der ZAMG in Graz.

Die Lawinengefahr bleibt laut Meteorologen auch in den kommenden Tagen erheblich. Problematisch werde die Erwärmung auf den Bergen ab Donnerstag. Der Schnee ist nämlich mit dem Grasuntergrund schlecht verbunden. Podesser: "An steilen Hängen wird es zu spontanen Lawinenabgängen ohne fremdes Zutun kommen."

Steile Hänge meiden

"Keine dramatische Situation" hat am Montag in Tirol geherrscht. Der Lawinenwarndienst des Landes riet allerdings Wintersportlern in den Gletscherskigebieten, eingewehte, steile Hänge zu meiden. Dort wurde Stufe "3" auf der fünfteiligen Gefahrenskala erreicht. Im Skigebiet am Stubaier Gletscher etwa wurden außerhalb der gesicherten Pisten am Sonntag mehrere Lawinenabgänge beobachtet. Verletzt wurde dabei aber niemand.

Ähnlich auch die Situation in Salzburg. Dort herrscht in den Nordalpen erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3), in den anderen Gebieten Stufe 2, so der Lawinenwarndienst. Ost- und Südosthänge mit größeren Einwehungen oberhalb der Waldgrenze sind derzeit die gefährlichsten Zonen: Schneebretter können hier teilweise von selbst abgehen oder bereits durch eine geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden.

In Oberösterreich wurde ebenfalls bereits auf erhebliche Schneebrettgefahr ab rund 1.600 Meter Höhe und je nach Schneemenge auch auf mögliche Rutschungen auf steilen Wiesenhängen in den mittleren Lagen aufmerksam gemacht. Das Wetter bleibe in den kommenden Tagen kalt mit einzelnen Schauern, die Lawinensituation werde sich daher nur langsam entspannen.

Neuschneemengen und Sturm haben auch in Niederösterreich die Lawinengefahr ansteigen lassen. Für die Ybbstaler Alpen, die Türnitzer Alpen sowie die Region Rax/Schneeberg war die Lawinengefahr am Montag "erheblich", am Semmering und im Wechselgebiet "mäßig", berichtete der Lawinenwarndienst Niederösterreich.

Die Lawinengefahr in höheren Lagen Vorarlbergs wurde laut Auskunft der Landeswarnzentrale weiter auf Stufe 3 eingeschätzt. Der teilweise stürmische Wind sollte sich im Laufe des Tages etwas legen. Daher werde die Lawinengefahr voraussichtlich eher abnehmen, wenn kein weiterer Neuschnee hinzukomme. Im Laufe des Montags erwartete der ZAMG Wetterdienst Bregenz nur mehr wenig Neuschnee.

Lediglich in Kärnten ist von Lawinengefahr derzeit keine Rede. Obwohl im südlichsten Bundesland am Montag aufgrund eines Italientiefs teils heftiger Schneefall eingesetzt hat, lagen bis dahin die Neuschneemengen selbst in den Karawanken bei nur 15 Zentimeter. (APA)

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