Nicht diskriminieren lernen

24. November 2008, 14:34
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"Sprache eigen- verantwortlich wahr- nehmen:" Neuer Leitfaden von EU und Wirtschaftsministerium für nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch präsentiert

Wien - Als weiteren Schritt im Kampf gegen Diskriminierung sieht das Wirtschaftsministerium den "Leitfaden für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch", der vergangene Woche von Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek präsentiert wurde. In dem Leitfaden von Irmtraud Voglmayr (Autorin), der von der EU-Kommission für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützt wird, werden einerseits der diskriminierende Sprachgebrauch gegenüber unterschiedlichen Personengruppen dargestellt und andererseits positive Anregungen gegeben, um diskriminierenden Sprachgebrauch zu vermeiden.

Gegen die alltägliche Beleidigung

Ziel des Leitfadens ist es, aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, damit nicht-diskriminierende Sprache alltäglich wird. "Es soll eine Möglichkeit geschaffen werden, sprachliche Diskriminierung in Bezug auf die sechs Personengruppen bzw. Diversity-Kategorien wie Alter, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit sowie Religion und Weltanschauung zu erkennen und für einen anderen sprachlichen Umgang zu sensibilisieren", so Staatssekretärin Marek. Klischeehafte Vorstellungen, Vorurteile, Belustigungen und Verurteilungen würden im Hinblick auf junge und alte Menschen, Menschen mit einer Behinderung, Frauen/Männer, Homosexuelle, Migrant/innen sowie Menschen mit einer anderen religiösen Zugehörigkeit in allen Lebenslagen und sozialen Umfeldern gemacht. Dieser diskriminierende Sprachgebrauch finde in Alltagsgesprächen, in den Medien, in Schulbüchern, am Arbeitsmarkt etc. statt und werde bewusst oder unbewusst, reflektiert oder unreflektiert übernommen, verwendet und weiter gegeben.

Eigenverantwortung bei ProduzentInnen

"Zum einen werden in dem Leitfaden Bezeichnungen und Beleidigungen aufgelistet sowie Negativbeispiele angeführt. Zum anderen werden gewünschte Bezeichnungen und Formulierungen angegeben, die eine nicht-diskriminierende Sprache ermöglichen", so Marek. Die angeführten Beispiele seien öffentlichen Texten wie Zeitungen, Fachliteratur, Handbüchern, Leitfäden etc. entnommen. Weiters finden Beispiele, die von Vertreter/innen der Nicht-Regierungsorganisationen als diskriminierend empfunden werden, eine besondere Berücksichtigung in diesem Leitfaden. "Nicht-diskriminierende Sprache muss in Eigenverantwortung im Alltag und im Berufs- und Privatleben wahrgenommen und praktiziert werden. Das Motto dazu lautet: hinhören statt weghören!", so Marek abschließend.

Der Leitfaden wurde bereits an Sozialpartner, Landesregierungen, NGOs und Unternehmensberatungen sowie Interessierte versandt. Er steht auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit unter www.bmwa.gv.at sowie unter www.chancen-gleichheit.at zum kostenlosen Download zur Verfügung und ist bei der Sektion III des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit erhältlich. (red)

 

 

Links

Kostenloser Download unter:

www.bmwa.gv.at sowie unter www.chancen-gleichheit.at

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