Zusammenbruch droht

25. November 2008, 17:24
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Neue Verhandlungen zwischen Opposition und Regierung – UNO: 313 Cholera-Opfer

Harare/Wien - Frei auszusprechen, was Sache ist, gehört zum Selbstverständnis der "Elders" , dieser Gruppe früherer Staatsmänner und prominenter Führer, die sich für eine bessere Welt einsetzen. Die jüngste Einschätzung über die Situation in Simbabwe fällt entsprechend dramatisch aus: Das Land könne in einigen Monaten zusammenbrechen, glauben etwa Ex-UN-Chef Kofi Annan und Ex-US-Präsident Jimmy Carter, wie Südafrikas ANC-Präsident Jacob Zuma am Montag gesagt hatte. Nach Hyperinflation und Hunger ist die Cholera ausgebrochen. 313 Menschen sind ihr laut UNO bereits zum Opfer gefallen. Im Südwesten starben zwei Menschen und 150 Tiere an Anthrax.

Seit Monaten versuchen die Regierung von Präsident Robert Mugabe und die Opposition unter Führung von Morgan Tsvangirai, sich auf eine gemeinsame Regierung zu einigen. Zuletzt wollten sich Vertreter beider Seiten am Dienstag in Südafrika treffen, um über ein Abkommen von September zu verhandeln. Kernpunkt des Streits ist die Aufteilung der einzelnen Ministerien.

Annan und Carter hatten sich am Wochenende ein eigenes Bild über die Lage im Land verschaffen wollen. Doch ihnen wurde, zusammen mit Frauenrechtlerin Graca Machel, die Einreise verwehrt - wegen mangelnder Abstimmung des Besuchsprogramms mit Harare, hieß es. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2008)

 

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