Steiniger Weg zurück zur Spitze

24. November 2008, 11:12
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Hermann Maier kämpft trotz gesundheitlicher Rückschläge weiter - Start in Lake Louise und Beaver Creek anvisiert - "SV Voltaren-Kapitän" hofft auf Erfolge im Jänner

Sun Peaks/Kanada - Österreichs Skistar Hermann Maier (35) kämpft weiter um die Teilnahme an den Weltcuprennen in Nordamerika. Der vierfache Weltcup-Gesamtsieger konnte aber wegen seiner andauernden Gesundheitsprobleme auch beim Vorbereitungs-Training des ÖSV vergangene Woche in Sun Peaks (Kanada) nur einen Trainingstag in der Abfahrt absolvieren. Dennoch gab Maier vorerst grünes Licht für Lake Louise, wo am kommenden Wochenende eine Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm stehen. Danach geht es in Maiers "Ex-Wohnzimmer" Beaver Creek.

Bis zum Sommertraining im August in Chile war für Maier alles nach Plan verlaufen. Danach plagte den Salzburger aber wochenlang eine grippale Infektion und zwei Wochen vor dem Gletscherauftakt in Sölden zog sich der Doppel-Olympiasieger und dreifache Weltmeister beim Training auch noch einen Haarriss an einem Lendenwirbel zu. Dieser wurde aber erst vor kurzem entdeckt.

Kleines Wunder

Dass Maier am Beginn der vergangenen Woche dennoch an die kanadische Westküste flog, glich einem kleinen Wunder. Der Flachauer, der am 7. Dezember 36 Jahre alt wird, muss sich jeden Tag nach dem Aufstehen auf dem Fahrradergometer für den Tag mobilisieren und gilt längst als "Kapitän des SC Voltaren", denn ohne dieses Schmerzmittel wird für Maier, der 2001 bei einem Motorrad-Unfall fast sein Bein verloren hätte, selbst so manche Schlafstellung zum Problem.

Maier unternimmt aber derzeit alles, um am Wochenende in Lake Louise an den beiden Speedrennen teilnehmen zu können. Neben der vom ÖSV-Teamarzt Eduard Lopatka unterstützten Therapie gingen sich in Sun Peaks aber mehr als die vier Trainingsläufe am vergangenen Samstag nicht aus. Obwohl - vermutlich, aber gerade weil - vor den Augen von ÖSV-Präsident und Maier-Manager Peter Schröcksnadel auf eisglatter Kunstschnee-Piste und damit an sich auf Maiers Lieblings-Untergrund gefahren wurde. Schon am Sonntag musste Maier wieder passen, um die Heilung seines Wirbelkörpers nicht zu gefährden.

Hämatom verschwunden

Dennoch gab es positive Nachrichten, als der ÖSV-Tross am Montag per Auto von Sun Peaks in British Columbia nach Lake Louise in Alberta übersiedelte. Das Hämatom, dass sich rund um die Entzündung im verletzten Wirbelbereich gebildet hat, ist verschwunden. Sollte sich also der Zustand nicht verschlechtern, wird Maier in Lake Louise voraussichtlich an den Start gehen. Vorerst waren aber weitere zwei Tage Pause eingeplant, erst am Mittwoch will Maier mit dem (geplanten) ersten Training wieder die Ski anschnallen.

Mehr als ein besseres Training würden aber die Rennen in Lake Louise ohnehin nicht sein, machte Maier klar. Er müsse wegen seiner Gesundheitsprobleme die Perspektiven für diesen Winter deutlich verschieben und werde wohl erst im Jänner wieder dort sein, wo er im Sommer bereits war. In Hochform.

Perfekte Pisten

Maiers Kollegen nutzten hingegen das von ÖSV-Pistenchef Walter Gradwohl perfekt präparierte Schneeband in Sun Peaks ebenso intensiv wie Renate Götschl und Co. Auch Österreichs bei der Anreise von Flugverspätungen gebeutelte Speed-Damen bereiten sich in Sun Peaks, das in einem Jahr dem ÖSV auch während Olympia in Vancouver als exklusives Trainingszentrum zur Verfügung stehen wird, auf ihre Rennen in Lake Louise vor.

In den Abfahrtsläufen der Herren gefielen die "üblichen Verdächtigen" rund um Michael Walchhofer. "Es war super zum Fahren und ich habe wieder jede Menge Erkenntnisse gewonnen", meinte Maiers Landsmann nach dem einwöchigen Training.

Nicht nur Walchhofer hofft in Lake Louise auf ähnlich eisige Bedingungen und einen kleinen Startvorteil. Denn die Konkurrenz stieg sich gleichzeitig bei den Trainings in den USA und Kanada gegenseitig auf die Füße. Ausgenommen die Kanadier, die ihren Heimvorteil angeblich voll nützten und bereits am Renngelände in Lake Louise übten. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hermann Maier gibt nicht auf.

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