Teddy im "Schafspelz"

24. November 2008, 12:24
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Die Grazerin Karla Stimpfl verarbeitet alte Fellmäntel zu Kuscheltieren

Wien - Man könnte es als neue Art von Pelzrecycling bezeichnen, was die Grazerin Karla Stimpfl macht: Sie stellt aus alten Fellmänteln oder Jacken handgemachte Teddys her.

Vor ihrer Pensionierung war Stimpfl Werklehrerin, "auf den Bär gekommen" ist sie wegen ihrer Nichte. "Ich dachte: 'Das kann ich auch' und habe den Bären meiner Nichte restauriert", erzählt die 65-Jährige. Die ersten Felle bekam sie von einem Kürschner. Mittlerweile fertigt sie seit elf Jahren Fellbären, die Leute tragen ihre Mäntel direkt zu ihr.

Kaninchen-Allergie

Lammfell, aber auch Edelfelle wie Nerz, Bisam oder Nutria werden zu Teddys verarbeitet. "Nur gegen Kaninchen bin ich allergisch", scherzte die Grazerin. Als Kuscheltiere für Kinder sind die handgearbeiteten Unikate aber zu teuer. "Meine KundInnen sind hauptsächlich SammlerInnen", sagt Stimpfl.

Der kleinste Bär, den sie herstellte, war exakt 1,4 Zentimeter groß. "Ich hab mit der Lupe gearbeitet", erzählt Stimpfl. Die größten Teddys - abhängig von der Fellart - sind 80 Zentimeter groß. "Ein Nerzbär ist nicht mehr kuschelig, wenn er zu groß ist. Die Haarstruktur ist je nach Fell ganz unterschiedlich. Besonders flauschig ist ein gerupfter Nutria oder ein geschorener Nerz", sagt die Pensionistin. Sehr selten und schwer zu bekommen sind weiße und silbergraue Felle.

Ihr ausgefallenster Teddy ist derzeit ein Katzenbär, ein kleiner roter Panda. Stimpfl: "Allein sein Kopf besteht aus 18 Stücken."

SammlerInnenstücke

SammlerInnen lassen sich die Kuscheltiere einiges kosten. Ein Achtzentimeter-Bär aus Lammfell kommt auf etwa 100 Euro, 20 Arbeitsstunden sind dafür nötig. Ein 30-Zentimeter-Tier aus Nerz kommt auf 320 bis 390 Euro. Die KundInnen kommen aus Australien, Japan, Großbritannien und viele auch aus Österreich.

Probleme mit TierschützerInnen hatte Stimpfl bisher kaum: "Ich verwende ja kein neues Fell und Lammfell ist natürlich, es kommt von einem Nutztier." (APA)

 

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    Karla Stimpfl waehrend der Baeren- und Puppenboerse am 23. November 2008 in Wien

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    Von 1,4 bis 80 Centimeter: Stimpfl fertigt Bären in allen Größen

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