Bayern prüft mehr Hilfe für BayernLB

24. November 2008, 10:11
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Der Freistaat will sich offenbar stärker an der Bank selbst beteiligen - Auch Hypo Alpe Adria stünde angeblich zur Disposition

München - Bei der Bayerischen Landesbank (BayernLB) zeichnet sich ein weiterer Strategiewechsel bei der finanziellen Sicherung der Bank ab. Wie die "Financial Times Deutschland" (Montag) unter Berufung auf Kreise des bayerischen Finanzministeriums schreibt, erwägen die Bayern, ihren Antrag auf Kapitalerhöhung beim Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zurückzuziehen und sich nach dem Vorbild von Baden-Württemberg stärker selbst an der Bank zu beteiligen.

An eine maßgebliche Finanzhilfe durch den deutschen Bund könnten, wie in deutschen Medien spekuliert wurde, auch Entflechtungsauflagen geknüpft sein, in der "FAZ" wurde am Wochenende auch die Kärntner Hypo genannt.

Nun will man in Bayern den Bund möglicherweise heraushalten: "Ministerpräsident Horst Seehofer und Bayerns Sparkassenpräsident Naser könnten somit die BayernLB aus der Kontrolle und Mitsprache des Bundes heraushalten, was Spielraum für die Zukunft gibt", sagte der Insider der "FTD". Das neue Modell könne bereits diese Woche in Schlüsselgremien zur Diskussion gestellt werden.

Baden-Württemberg als Vorbild

Der Plan orientiert sich weitgehend am Rettungskonzept für die - als Fusionspartnerin gehandelte - Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), auf das sich die LBBW-Eigner erst am Freitag geeinigt hatten. Zugleich ist es praktisch eine Rolle rückwärts: Vor einem Monat hatte sich der Verwaltungsrat der BayernLB dafür ausgesprochen, dass an Stelle der zuvor geplanten Bürgschaft über 4,8 Mrd. Euro durch das Land Bayern und die Sparkassen nunmehr eine Eigenkapitalzufuhr von 5,4 Mrd. Euro durch den Bund beantragt werden sollte. Weitere 700 Mio. Euro wollte Bayern, 300 Mio. Euro die Sparkassen einbezahlen.

Statt der Kapitalerhöhung des Bundes soll der Bund nun lediglich über den Stabilisierungsfonds Bürgschaften und Garantien für weit mehr als 10 Mrd. Euro abgeben. Gleichzeitig würden sich das Land Bayern und die bayerischen Sparkassen stufenweise an einer Kapitalerhöhung um etwa 3 Mrd. Euro beteiligen.

Die Eigentümer der Landesbank in Stuttgart hatten am Freitag erklärt, keine Einmischung aus Berlin zu wollen und verzichteten daher auf den Rettungsfonds des Bundes. Fusionsverhandlungen mit der BayernLB sind nun aber ausdrücklich gefordert. Diesen Mittwoch sind auf politischer Spitzenebene Gespräche anberaumt.

Im Falle eines Zusammenschlusses soll der Vorstandsvorsitzende der neuen "Südbank" seinen Sitz in Stuttgart haben. (APA)

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