Altersgemischter Unterricht als Überlebenschance für "Dorfschulen"

24. November 2008, 09:49
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Gemeinsames Forschungsprojekt Pädagogischer Hochschulen in Vorarlberg und der Schweiz über kleine Schulen im alpinen Raum - Viele Schulschließungen in Bergdörfern

Bregenz - Ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Vorarlberg, Graubünden, St. Gallen und Wallis geht der Frage nach, welche Bedeutung Schulen in kleinen Dörfern im alpinen Raum haben. Ziel ist es, Entscheidungsgrundlagen für die Bildungs- und Regionalpolitik zu erarbeiten. Die Gesamtkoordination des Forschungsprojekts liegt bei der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg.

Maßnahmen für Erhaltung von Kleinschulen

Die Täler des alpinen Raumes sind besonders von Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung betroffen. Viele junge Familien wandern ab, die Anzahl der Kinder im Grundschulalter sinkt. Das Projekt untersucht, was es für ein Dorf, für ein Tal bedeutet, wenn eine Schule geschlossen werden muss. Es geht weiters um die Vorgangsweise der beteiligten Länder und Kantone bei Kleinschulen. Es sollen Faktoren aufgezeigt werden, die für Schulschließungen ausschlaggebend waren und andererseits um Maßnahmen, die zur Erhaltung von Kleinschulen beitragen.

Die PH Vorarlberg wird vor allem den altersgemischten Unterricht genauer untersuchen. Hier kann Vorarlberg auf langjährige Erfahrung mit kleinen Volksschulen verweisen, in denen zwei und mehr Jahrgänge in einer Klasse unterrichtet werden. Es geht um die Frage, ob Kinder die Lernziele ebenso erreichen wie im Jahrgangsunterricht und welche besonderen Anforderungen sowohl an die Schüler als auch an die Lehrer gestellt werden.

Wiedereröffnung einer Schule in Vorarlberg

Mit der Wiedereröffnung der Volksschule im 700-Seelen-Bergdorf Schnifis am Samstag hat das Land Vorarlberg praktisch den Beweis angetreten, die kleinen Gemeinden nicht im Stich zu lassen. Nach zweijähriger Planung und sechsmonatiger Bauzeit war die Volksschule Schnifis grundlegend neu gestaltet worden. "Dass Kinder ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen und in ihrem gewohnten sozialen Umfeld lernen und arbeiten können, ist ein hoher Wert, für den es einzustehen und zu investieren gilt", erklärte Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) bei der Eröffnung.

An der Volksschule Schnifis werden 37 Schülern in zwei Klassen mit jeweils zwei Schulstufen unterrichtet. Es gibt drei Klassenlehrerinnen, eine Werklehrerin und zwei Lehrende für Religion. Vorarlberg hat derzeit 16.952 Schüler in insgesamt 166 Volksschulen (davon 62 Klein- bzw. Kleinstschulen und 93 mit Integrationsklassen). (APA)

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    Ein Forschungsprojekt soll erkunden, was es bedeutet, wenn Schulen in abseitsgelegenen Dörfern zusperren müssen.

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