Wir wollen Lehrer zum Knutschen!

FS Misik Folge 52: Die Politik versagt mal wieder in der Bildungspolitik

Unser Bildungssystem ist ein Zwei-Klassen-System. Beinahe 30 Prozent der Erstmatrikulierten an den Universitäten haben selbst einen Papa als Akademiker, ergab eine gendermäßig nicht ganz politisch korrekte Studie. Diejenigen, deren Paps lediglich Pflichtschulabschluss hat, stellen nur 10 Prozent der angehenden Akademiker. Wessen Eltern arbeitlos sind, der hat dreifach höhere Chancen als der Durchschnitt, selbst nicht über den Pflichtschulabschluss hinaus zu kommen. Wie man diese Tragödie bekämpfen könnte, ist bekannt. Getan wird zu wenig. Stattdessen beschäftigen sich Provinzpädagogen mit dem Erlass von Kussverboten.

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ich frag mich, wie man das image von lehrern besser machen kann? ich bin lehrerin und hör immer dasselbe... na du bist ja die absolute ausnahme, du arbeitest eh bis zum umfallen. aber alle anderen!
ich mach das jetzt seit 3 jahren, hab keine fixe stelle und bin schockiert darüber, welche (pragmatisierten) kollegen auf schüler losgelassen werden, weil man sie einfach nicht "wegloben" kann. um das image von lehrerinnen und lehrern zu verbessern, wäre es nötig, stinknormale anstellungsverhältnisse einzuführen, nicht einjahresverträge und irgendwann defakto unkündbarkeit - denn ich höre auch von kolleginnen und kollegen wiederholt... wenn du deinen fixen vertrag hast, musst du ja nicht mehr so stressen... und dieses jobprofil ist zum kotzen.

Der erste Schritt würde darin bestehen, sich auf den Sinn und Zweck der Schule zurückzubesinnen und diese Einrichtung weniger als praktischen Aufbewahrungsort für Minderjährige zur Entlastung der Eltern zu betreiben.

Es kann heute doch wirklich niemand mehr behaupten, daß das erzwungene Absitzen einer vorgeschriebenen Anzahl von Stunden auch nur annähernd einen zielorientierten und effizienten Unterricht darstellt.

Das Image der Lehrer ist eine Konsequenz des Image der Schulen, und das ist aus gutem Grund nicht das beste.

sowas von recht hat er ...

Misik for Bildungsminister!

journalismus, wie ich ihn mir wuensche

gratulation, ihre beitraege werden besser und besser.

ja aber

Misiks Kritik ist sicherlich in vielen Punkten zu unterstreichen, dennoch darf man nicht die subjektivierende Kraft der Schule nie aus öknomischen Beweggründen in den Hintergrund stellen. Damit meine ich man sollte im selben Maße auch die Lehrpläne der Schule in die Kritik miteinbeziehen. Schluss mit dem authoritären Gehabe und mehr Freiheiten für den Schüler selbst. Denn argumentiert man auch mit dem Effizienzkriterium oder mit dem Verlangen nach guter Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt, könnte eine Liberlisierung in diese Richtung die Selbständigkeit und Organisationsfähigkeit der Schüler steigern. Letztenendes muss die Schule auch von der katholischen Kirche entgültig befreit werden. Dies ist schon lange ausständig.

oje, oje

nicht nur die politik ist am ende, sondern auch die medienlandschaft...nicht genug dass wir uns von strache und konsorten anlabern lassen müssen, jetzt kommen noch die reserveintelektuellen der medien hinzu...brrrr....genau das richtige für den frustrierten, wahlverdrossenen, nicht sehr anspruchsvollen durchschnittsbürger....gratulation!

Viele Kritiker des durchaus zu bekrittelnden Bildungssystems begehen den großen Fehler, die Bevölkerungsschichten wieder auseinander zu dividieren... "Dumme" Arbeitende versus Bildungselite. Dadurch werden potentielle Koriphäen, die sich lieber erst der Arbeitswelt stellen wollen, anstatt sich einer mindestens 16 Jahre andauernden Schulphase hinzugeben, ausgegrenzt. Wichtig ist eine frühzeitige, effiziente, maßgeschneiderte Berufsorientierung, die den Jugendlichen zeigt, dass auch ohne Matura mit 18 alle Wege offenstehen. Dies dient sicherlich der Motivation und Flexibilität. Ein Magisterdiplom ist zwar ein guter Abschluss aber noch lange kein Blankoschein für Intelligenz. Manche Lehrlinge haben mehr im Hinterstübchen als einige Dr. MMag.

... und alles soll erlaubt sein! soll es das?

immer wieder glauben junge Menschen, sich gegen alles auflehnen zu müssen. Wenn schon die Eltern den Kindern zu Hause nicht vorleben können, was man tut und was man wo nicht tut - wie soll es die Schule tun? Schule ist Lebensvorbereitung, hier muss es auch Regeln geben, die junge Leute einhalten lernen müssen. Wenn wir die Schule nicht dahingehend unterstützen, dann haben wir die Anarchisten von morgen herangebildet, die denken, dass es so im erwachsenen Leben auch weiter geht. Jeder kann alles zu jeder Zeit tun und wir müssen das alles still befürworten. Tja liebe junge Herrschaften, knutscht nur herum, das Leben wird es Euch dann auf die Harte Tour beibringen. Alle werden schla - die einen früher, die anderen später (Moliere)

Ja, genau...

küssen ist ja DIE große Gefahr für die "abendländische" Kultur - *schauder
als ob ma keine anderen Probleme hätten

P.S. errinnert mich ja fasst an gängie Gebräuche beim Jugendschutz in Filmen. Ein bisschen Gewalt und Tod ist da auch meist "nicht so schlimm" - aber wehe man sieht ein bisschen nackte Haut.

und trotzdem sehen sie sichs jede woche wieder an?

daumen hoch, herr misik

da ist es Ihnen (doch) wieder mal gelungen ins Schwarze zu treffen.

Misik for president

Was macht der Typ da? Wer ist das und warum hat der einen Podcast?

verpflichtender Kindergarten??? WTF

Ich mag aber nicht!!!

kann mir echt nicht vorstellen, das sich kinder einen lehrer zum knutschen (würg..."fachkommentar" bild zeitung!?) wünschen!
eher vorstellen kann ich mir das es lehrer gibt die sich was zum knutschen (was für eine widerliche piefke umschreibung!) suchen!

Sher guter Kommentar - werden immer besser!

Wo sind die Schul-Videos denn her??

Robert Misik
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24.11.2008, 13:00
youtube

Das ist schon ein Wahnsinn, was es auf YouTube alles gibt; nicht?

früher

hätts des auf jedn foi net gem.

Früher war auch nicht alles gut. Und aber überhaupt hat der Fortschritt an sich, daß er nicht so groß ist, wie er einmal ausgeschaut hat (Nestroy). Aber was zum Brauchen ist muß man nehmen!

Echt guter Beitrag

Er schafft den Sprung zwischen diesem Einzelphänomen Kussverbot und dem Systemproblem verhältnismäßig gut.

Für jedeN der/die schon mal überlegt hat, selbst den Weg in das Bildungssystem einzuschlagen, ein guter Ratgeber.

Gründe die noch gar nicht gekommen sind: Gruppengrößen von mehr als 20 Leuten sind nicht unterrichtbar. Die lassen sich maximal autoritär unter Kontrolle halten und durch Noten zum lernen zwingen. Das kann nicht der Sinn sein.

Interessant dazu auch der deutsche Kabarettist Volker Pispers.

volker pispers hat auch was zum...

bildungssystem gemacht? können sie mir da einen link geben?

das ist genial getroffen!

und danke für den link :)

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